Sie klang, als hätte ihn diese Nachricht in Panik versetzt.

TEIL 6 – DIE WAHRHEIT HINTER DEM UNFALL

Mark informierte die zuständigen Stellen über Daniels auffällige Reaktion. Er selbst wollte sich nicht an Spekulationen beteiligen.

Die Polizei nahm Kontakt zu Daniel auf und bat ihn um eine Aussage.

Dabei stellte sich heraus, dass Laura kurz vor dem Unfall versucht hatte, ihn zu erreichen. Es gab außerdem Nachrichten zwischen den beiden, die darauf hindeuteten, dass sie ihm etwas Wichtiges mitteilen wollte.

Daniel behauptete zunächst, er habe keine Ahnung, worum es gegangen sei.

Doch als Miriam den Namen eines weiteren Mannes erwähnte, änderte sich seine Haltung.

Dieser Mann hieß Tobias und war ein früherer Geschäftspartner Daniels.

Nach und nach kam heraus, dass Laura zufällig auf Informationen gestoßen war, die Daniel vor anderen verborgen hatte. Sie hatte offenbar Belege gefunden, die auf finanzielle Unregelmäßigkeiten in einem gemeinsamen Projekt hindeuteten.

Ob diese Angelegenheit mit dem Unfall zusammenhing, war noch Gegenstand der Ermittlungen.

Mark wusste nur eines: Laura brauchte jetzt Menschen, die ihre Interessen schützten.

Er wandte sich wieder den medizinischen Befunden zu.

Die Schwangerschaft stellte das Team vor schwierige Entscheidungen. Jede Behandlung musste sorgfältig abgewogen werden. Die Ärzte erklärten Miriam, dass sie keine Versprechen machen könnten, aber alles tun würden, um Laura bestmöglich zu versorgen.

Miriam setzte sich an das Bett ihrer Freundin.

„Du musst mir nichts erklären, Laura“, flüsterte sie. „Du musst nur wissen, dass du nicht mehr allein bist.“

TEIL 7 – EIN KLEINES ZEICHEN

Zwei Tage später bemerkte eine Pflegekraft während der Routineversorgung eine Veränderung.

Laura hatte ihre Finger leicht bewegt.

Zunächst konnte niemand sagen, ob es eine bewusste Reaktion war. Das Team führte weitere neurologische Untersuchungen durch und dokumentierte jede Veränderung.

Am Abend saß Mark vor ihrem Bett.

„Laura“, sagte er ruhig, „wenn Sie mich hören können, Sie sind im Krankenhaus. Sie sind nicht allein.“

Er wartete.

Dann bewegte sich ihre Hand erneut.

Miriam, die gerade den Raum betreten hatte, hielt den Atem an.

„War das …?“

Mark hob vorsichtig die Hand.

„Wir müssen erst weitere Untersuchungen abwarten. Aber es könnte ein wichtiges Zeichen sein.“

Zum ersten Mal seit Wochen hatte Miriam wieder Hoffnung.

Doch während das medizinische Team seine Arbeit fortsetzte, erhielt die Polizei eine neue Information aus der Unfallakte.

Ein Zeuge hatte sich gemeldet.

Er behauptete, Laura sei am Abend des Unfalls nicht allein gewesen.

Und er kannte den Namen der Person, die zuletzt mit ihr gesprochen hatte.

Als Mark am nächsten Morgen davon erfuhr, wusste er, dass die Geschichte von Laura noch lange nicht zu Ende war.

Denn während alle um ihre Genesung kämpften, begann sich draußen eine Wahrheit zu entfalten, die möglicherweise erklärte, warum Laura vor ihrem Unfall solche Angst gehabt hatte.

Am nächsten Morgen trafen sich die Ermittler mit dem Mann, der sich nach Wochen des Schweigens bei der Polizei gemeldet hatte.

Er hieß Stefan Berger und betrieb eine kleine Werkstatt unweit der Straße, auf der Laura verunglückt war.

„Ich habe lange überlegt, ob ich mich melden soll“, erklärte er. „Aber nachdem ich erfahren habe, dass Laura noch immer im Krankenhaus liegt, konnte ich nicht länger schweigen.“

Die Ermittlerin legte ihm ein Foto vor.

„Erkennen Sie diese Frau?“

Stefan nickte sofort.

„Ja. Laura war an diesem Abend bei mir in der Nähe. Sie wirkte aufgeregt und telefonierte. Ich konnte nicht hören, was sie sagte, aber sie schien große Angst zu haben.“

„Haben Sie gesehen, mit wem sie gesprochen hat?“

Stefan zögerte.

Dann zeigte er auf ein weiteres Foto.

Es war Tobias.

Der Geschäftspartner von Daniel.

„Er stand neben ihrem Auto“, sagte Stefan. „Die beiden haben sich gestritten. Danach ist Laura allein weggefahren.“

Die Ermittlerin notierte jedes Wort.

„Sind Sie sicher, dass es Tobias war?“

„Ja. Ich kannte ihn aus der Gegend. Er war schon öfter dort.“

Doch Stefan hatte noch etwas zu erzählen.

Kurz nachdem Laura weggefahren war, hatte er Daniel in der Nähe gesehen.

Und Daniel hatte etwas in der Hand gehalten, das wie eine Mappe aussah.

TEIL 9 – DANIELS AUSSAGE PASSTE NICHT ZU DEN BEWEISEN

Als die Polizei Daniel erneut befragte, blieb er zunächst bei seiner bisherigen Darstellung.

Er behauptete, am Unfallabend zu Hause gewesen zu sein.

Doch die Ermittler legten ihm Stefans Aussage vor.

Daniel wurde still.

„Vielleicht hat er sich geirrt“, sagte er schließlich.

„Dann können Sie uns sicher erklären, warum Ihr Handy zur fraglichen Zeit in der Nähe der Unfallstelle registriert wurde.“

Daniel blickte auf den Tisch.

„Ich wollte nur mit Laura reden.“

„Warum haben Sie das zunächst verschwiegen?“

Er rieb sich die Stirn.

„Weil ich wusste, wie das aussehen würde.“

Die Ermittler fragten nach Tobias und der Mappe.

Daniel erklärte, Laura habe Unterlagen gefunden, die ein gemeinsames Geschäft betrafen. Tobias habe ihn unter Druck gesetzt, weil die Dokumente finanzielle Unregelmäßigkeiten aufzeigten.

„Laura wollte alles offenlegen“, sagte Daniel. „Sie hatte Angst, dass Tobias ihr schaden könnte.“