Ezequiel drehte sich um.

„Dann sorgt dafür, dass er das Dorf wieder verlässt.“

„Und Mercedes?“

Der Großgrundbesitzer schwieg einen Moment.

Dann lächelte er kalt.

„Sie wird bald verstehen, dass es besser gewesen wäre, die Sache einfach zu akzeptieren.“

Was Ezequiel nicht wusste, war, dass einer seiner jüngeren Angestellten die Unterhaltung von der offenen Tür aus mitgehört hatte.

Der Mann hieß Mateo Salcedo. Er war erst neunzehn Jahre alt und arbeitete seit seiner Kindheit auf Barragáns Anwesen. Sein Vater hatte einst ein kleines Stück Land besessen, das nach einem angeblich unbezahlten Kredit an Ezequiel gefallen war.

Mateo hatte nie gewagt, Fragen zu stellen.

Doch als er die Worte des Großgrundbesitzers hörte, erinnerte er sich an etwas, das sein Vater kurz vor seinem Tod gesagt hatte.

*Wenn jemals jemand kommt, der nach den alten Büchern fragt, dann erzähl ihm von dem Schrank hinter dem Weinkeller.*

Mateo hatte diesen Satz jahrelang nicht verstanden.

Nun wusste er, dass er nicht länger schweigen durfte.

In dieser Nacht verließ er das Anwesen durch den hinteren Ausgang und machte sich auf den Weg zur Herberge.

Er klopfte dreimal an Tomás’ Tür.

Als der Fremde öffnete, stand Mateo zitternd im Flur.

„Señor Valderrama?“

„Wer bist du?“

„Mein Name ist Mateo Salcedo. Ich arbeite für Barragán.“

Tomás musterte ihn vorsichtig.

„Was willst du?“

Mateo schluckte.

„Ich glaube, ich weiß, wo er die Originalbücher versteckt.“

Tomás öffnete die Tür weiter.

„Dann komm herein.“

Mateo trat in das Zimmer und zog ein kleines, vergilbtes Blatt aus seiner Jackentasche.

Darauf standen mehrere Namen, daneben Zahlen und Daten.

Tomás betrachtete das Papier.

Dann veränderte sich sein Gesichtsausdruck.

Denn ganz unten auf der Liste stand ein Name, den er seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hatte.

Der Name eines Mannes, den er für seinen engsten Freund gehalten hatte.

Und der damals als Erster behauptet hatte, Tomás Valderrama habe seine eigene Frau und sein gesamtes Vermögen durch schlechte Geschäfte verloren.

Tomás hob langsam den Blick.

„Mateo“, sagte er, „weißt du, was du mir gerade gegeben hast?“

Der junge Mann schüttelte den Kopf.

„Nein, Señor.“

Tomás faltete das Blatt sorgfältig zusammen.

„Vielleicht den Beweis, dass dieser Betrug viel früher begonnen hat, als wir dachten.“

Draußen schlug die Kirchenglocke Mitternacht.

Und irgendwo auf seinem Anwesen ahnte Don Ezequiel Barragán noch nicht, dass der erste seiner eigenen Leute beschlossen hatte, nicht länger für ihn zu schweigen.

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