Ich schloss die Augen.
„Das stimmt nicht.“
„Das habe ich inzwischen verstanden. Aber er hat mir auch ein Dokument geschickt. Darauf steht Ihr Name.“
Mein Herz begann schneller zu schlagen.
„Was für ein Dokument?“
„Eine Erklärung, dass Sie mit dem Verkauf einverstanden seien.“
Ich stand langsam auf.
„Haben Sie dieses Dokument noch?“
„Ja. Ich habe es nicht weitergeleitet und auch nichts unterschrieben. Ich dachte, Sie sollten es wissen.“
Ich bedankte mich bei ihr und bat sie, das Dokument unverändert aufzubewahren, damit es bei Bedarf rechtmäßig geprüft werden konnte.
Als ich das Gespräch beendete, wusste ich, dass die Sache größer war, als ich zunächst angenommen hatte.
### Die letzte Frage
Am Nachmittag kam Victor zurück.
Er stellte seine Tasche ab und sah sofort den Ausdruck auf dem Tisch.
„Was ist das?“
Ich deutete auf das Dokument.
„Laura hat es mir geschickt.“
Sein Gesicht wurde blass.
„Warum redet sie mit dir?“
„Das ist nicht die entscheidende Frage.“
Ich schob ihm das Papier hin.
„Hast du dieses Dokument vorbereitet?“
Er blickte darauf, sagte aber nichts.
„Hast du meine Zustimmung behauptet, obwohl ich dir keine gegeben habe?“
Er setzte sich langsam.
„Ich wollte nur die Dinge vereinfachen.“
„Für wen?“
Er hob den Kopf.
„Für uns.“
Ich schüttelte den Kopf.
„Du hast nicht für uns entschieden. Du hast für dich entschieden und dabei meinen Namen benutzt.“
Er öffnete den Mund, doch in diesem Moment klingelte es an der Haustür.
Victor erstarrte.
Ich ging zur Tür und öffnete.
Draußen stand seine Mutter.
Sie hielt eine kleine Mappe in der Hand. Ihr Gesicht war blass, und ihre Augen wirkten, als hätte sie die ganze Nacht nicht geschlafen.
„Ich muss mit dir sprechen“, sagte sie leise.
Victor kam hinter mir zum Vorschein.
„Mama? Was machst du hier?“
Sie sah ihren Sohn an.
Dann legte sie die Mappe in meine Hände.
„Es tut mir leid. Ich hätte dir das schon vor Wochen sagen müssen.“
Victor wurde kreidebleich.
„Mama, geh jetzt!“
Doch sie schüttelte den Kopf.
„Nein, Victor. Diesmal nicht.“
Sie öffnete die Mappe und zeigte auf ein Dokument.
„Du hast deiner Frau erzählt, du würdest sie verlassen, weil du eine jüngere Frau gefunden hast. Aber das ist nicht der wahre Grund, warum du so dringend Geld brauchst.“
Ich blickte auf das Papier.
Oben stand der Name eines Unternehmens, von dem ich noch nie gehört hatte.
Darunter befand sich eine Summe, die mir den Atem stocken ließ.
Seine Mutter flüsterte:
„Victor hat vor Monaten eine Verpflichtung unterschrieben. Und wenn er sie nicht erfüllt, wird nicht nur sein neues Leben in Gefahr geraten.“
Sie sah mich direkt an.
„Auch dein Name steht in den Unterlagen.“
Ich drehte mich langsam zu meinem Mann.
„Victor … was hast du getan?“
Er antwortete nicht.
Doch seine Mutter fügte einen letzten Satz hinzu:
„Und das Schlimmste ist: Ich glaube, dass er nicht allein gehandelt hat.“
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