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## Die unerwartete Nachricht

Das Büro von Savannahs Unternehmen lag in einem modernen Gebäude mit Blick auf die Innenstadt von Atlanta. Als sie um 14:07 Uhr durch die Eingangstür trat, wartete ihre Assistentin Monica bereits mit einem Stapel Unterlagen auf sie.

„Ich habe das Meeting mit den Bauleitern neu angesetzt“, sagte Monica. „Sie waren nicht begeistert, aber ich habe ihnen erklärt, dass du eine dringende private Angelegenheit hattest.“

Savannah nickte dankbar.

„Danke. Was ist mit dem roten Ordner?“

Monica reichte ihn ihr.

„Hier. Außerdem hat sich jemand aus der Rechtsabteilung gemeldet. Sie möchten, dass du dir eine Nachricht ansiehst.“

Savannah zog die Stirn kraus.

„Von wem?“

„Von der Finanzabteilung. Es geht um eine Überweisung, die gestern Nachmittag zur Prüfung markiert wurde.“

Savannah öffnete die Mappe.

Auf dem ersten Blatt stand eine Buchungsnummer. Darunter folgten der Name eines Unternehmens und eine Summe, die ihr den Atem stocken ließ.

**125.000 Dollar.**

Die Zahlung war von einem Geschäftskonto veranlasst worden, das mit einem Bauprojekt verbunden war, an dem Savannah seit drei Jahren arbeitete.

Sie überflog die Angaben ein zweites Mal.

Der Empfänger war eine kleine Beratungsfirma, die erst vor wenigen Monaten registriert worden war.

Der Name des Geschäftsführers ließ ihre Finger erstarren.

Douglas Reed.

Savannah setzte sich langsam.

„Monica“, sagte sie, „wer hat diese Zahlung genehmigt?“

Monica trat näher.

„Laut System wurde sie von einem externen Dienstleister vorbereitet und anschließend von einer Person aus der Projektverwaltung freigegeben. Die Finanzabteilung hat Unstimmigkeiten festgestellt, bevor die Zahlung endgültig abgewickelt wurde.“

„Wurde das Geld bereits überwiesen?“

„Nein. Die Transaktion wurde vorläufig angehalten.“

Savannah atmete langsam aus.

Sie kannte diese Firma nicht. Douglas hatte nie erwähnt, dass er ein Unternehmen gegründet hatte. Und sie hatte ganz sicher keinen Beratungsvertrag über 125.000 Dollar genehmigt.

Sie rief die interne Rechtsabteilung an und meldete den möglichen Interessenkonflikt. Danach bat sie darum, sämtliche Unterlagen zu sichern und den Vorgang unabhängig prüfen zu lassen.

Als sie auflegte, klingelte ihr privates Telefon.

Douglas.

Sie nahm nicht ab.

Eine Nachricht erschien.

**Savannah, bitte geh nicht davon aus, dass du weißt, was du da gesehen hast. Ich kann dir alles erklären.**

Sie starrte auf den Bildschirm.

Dann kam eine zweite Nachricht.

**Mama hat mit dem Projekt nichts zu tun. Bitte zieh sie da nicht hinein.**

Savannah legte das Telefon mit dem Display nach unten.

Das war keine Erklärung.

Es war eine Warnung, und sie wusste nicht, ob Douglas sie vor einem Missverständnis schützen wollte oder sich selbst vor den Konsequenzen seiner Handlungen.

Sie stand auf, ging zum Fenster und blickte auf die Straßen von Atlanta.

Vor wenigen Stunden hatte sie noch geglaubt, das größte Problem ihrer Ehe sei ein Mann, der seine Unsicherheit hinter Kontrolle versteckte.

Nun stand sie möglicherweise vor einem beruflichen Problem, das ihr gesamtes Projekt gefährden konnte.

Doch sie würde nicht spekulieren.

Sie würde die Unterlagen prüfen lassen, die Fakten sichern und sich an die Regeln halten, die sie während ihrer gesamten Karriere geschützt hatten.

Ihr Telefon vibrierte ein drittes Mal.

Diesmal war die Nachricht von ihrem Vater.

*Schatz, ich habe gerade etwas erfahren, das du wissen solltest. Gertrude hat mich vor drei Wochen angerufen. Sie wollte wissen, ob ich bereit wäre, Douglas bei der Gründung einer Beratungsfirma zu unterstützen. Ich habe abgelehnt. Sie sagte, du hättest bereits zugestimmt, ihm Startkapital zu geben.*

Savannah las die Nachricht zweimal.

Gertrude hatte nicht nur einen Plan vorbereitet.

Sie hatte bereits versucht, andere Menschen davon zu überzeugen, dass Savannah zugestimmt hatte.

Savannah setzte sich wieder an ihren Schreibtisch.

Dann schrieb sie ihrem Vater zurück:

*Danke, dass du mir das sagst. Bitte bewahre alle Nachrichten auf, falls du noch welche hast. Ich werde das jetzt offiziell klären lassen.*

Sie öffnete ihren Kalender und trug einen Termin mit der Rechtsabteilung ein.

Anschließend blickte sie auf die Uhr.

15:16 Uhr.

Das Meeting mit den Bauleitern war in einer Stunde.

Sie strich ihre Jacke glatt, nahm den roten Ordner und ging in den Konferenzraum.

Denn unabhängig davon, was in ihrer Ehe geschah, wusste Savannah eines ganz sicher:

**Niemand würde ihre berufliche Zukunft als Verhandlungsmasse benutzen.**

Und als sie den Konferenzraum betrat, ahnte sie noch nicht, dass die nächste Person, die ihr gegenüber Platz nehmen würde, den Namen kannte, der auf dem verdächtigen Überweisungsauftrag stand.

Es war nicht Douglas.

Es war jemand aus ihrem eigenen Projektteam.

**Ende von Teil 3**