Zum ersten Mal begriff er, dass er nicht nur gegen einen aktuellen Verrat ermittelte. Er musste herausfinden, ob das Unternehmen, das er von seinem Vater geerbt hatte, auf Geheimnissen aufgebaut worden war, die niemand jemals ans Licht bringen sollte.
Und Camila musste entscheiden, wie weit sie gehen wollte, um die Wahrheit über ihre Mutter zu erfahren.
## 6. „DIESMAL WERDE ICH NICHT SCHWEIGEN“
Am folgenden Abend stand Camila am Fenster von Mateos Büro.
Draußen glitzerten die Lichter von Guadalajara.
—Voy a continuar con la auditoría —sagte sie.
Mateo stand hinter seinem Schreibtisch.
—Lo sé.
—Pero hay algo que debe entender. No voy a ocultar pruebas para protegerlo. Si los documentos demuestran que usted o su familia participaron en actividades ilegales, voy a entregarlos a las autoridades.
Mateo nickte langsam.
—Eso es exactamente lo que debes hacer.
Camila drehte sich überrascht um.
—¿No va a intentar detenerme?
—No.
Er trat ans Fenster, ließ aber genügend Abstand zwischen ihnen.
—Durante años pensé que proteger mi empresa significaba mantener todo bajo mi control. Ahora empiezo a entender que, si hay algo que merece ser protegido, es la posibilidad de descubrir la verdad, incluso cuando esa verdad me perjudica.
Camila schwieg.
—No te voy a pedir que confíes en mí —fügte Mateo hinzu. —Tendré que demostrarte que puedes hacerlo.
Sie betrachtete ihn lange.
Dann sagte sie:
—Bien. Entonces empecemos por encontrar al hombre que tiene el informe completo.
In diesem Moment klingelte Adriáns Telefon.
Er nahm den Anruf entgegen, hörte schweigend zu und sah anschließend Mateo an.
—Señor, los investigadores han encontrado algo en los registros antiguos del puerto.
Mateo richtete sich auf.
—¿Qué cosa?
Adrián atmete tief durch.
—Una firma. La misma que aparece en los documentos de hace veintiséis años y en las transferencias recientes.
Er machte eine kurze Pause.
—Pero no pertenece a Rogelio Fierro.
Camila spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog.
—¿De quién es?
Adrián legte ein Blatt Papier auf den Tisch.
Darauf stand ein Name, den keiner von ihnen erwartet hatte.
Esteban Barragán.
Mateo starrte auf die Unterschrift seines verstorbenen Vaters.
Doch darunter befand sich ein Datum, das unmöglich sein sollte.
Die Zahlung war drei Jahre nach Estebans Tod erfolgt.
Jemand hatte seine Identität weiterverwendet.
Jemand hatte die alten Geschäfte wieder aufgenommen.
Und dieser Jemand kannte nicht nur die Geheimnisse der Familie Barragán.
Er wusste genau, wie man sie verborgen hielt.
Mateo hob den Blick zu Camila.
—Esto acaba de empezar.
Sie nahm das Foto ihrer Mutter aus der Akte und steckte es vorsichtig ein.
—No, señor Barragán —antwortete sie ruhig. —Esto empezó hace veintiséis años.
Dann schloss sie den Ordner.
—Y esta vez, nadie va a decidir por mí cuándo debo dejar de hacer preguntas.
FORTSETZUNG FOLGT …
Denn während Mateo und Camila versuchten, die Wahrheit über die Vergangenheit aufzudecken, bereitete jemand im Hintergrund bereits seinen nächsten Schritt vor.
Und als am nächsten Morgen eine Nachricht auf Mateos privatem Telefon erschien, wurde ihm klar, dass der unbekannte Gegner viel näher war, als er je geglaubt hatte.
Die Nachricht enthielt nur einen einzigen Satz:
„Wenn du wissen willst, wer deinen Vater wirklich verraten hat, frag die Frau, die du seit drei Jahren jeden Morgen in deinem Büro begrüßt.“
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