„Ich glaube, ja.“
„Dann sag es mir!“
Victoria beugte sich etwas nach vorne.
„Er befindet sich möglicherweise noch immer im Besitz der Person, die damals dafür gesorgt hat, dass niemand über die Angelegenheit spricht.“
Emma wollte gerade nachfragen, als die Tür plötzlich geöffnet wurde.
Ein Mitarbeiter der Gefängnisleitung trat ein.
„Victoria, wir müssen das Gespräch beenden.“
„Nein“, sagte Victoria schnell. „Emma muss noch etwas erfahren.“
Der Mitarbeiter blickte auf die Unterlagen.
„Was ist hier los?“
Victoria sah Emma direkt an.
„Der Mann, der damals für die Untersuchung verantwortlich war, arbeitet heute noch für dieselbe Behörde. Und er hat vor wenigen Tagen nach dir gefragt.“
Emma erstarrte.
„Nach mir? Warum?“
Victoria antwortete kaum hörbar:
„Weil er erfahren hat, dass du jetzt hier bist.“
In diesem Moment wurde Emma klar, dass ihre Geschichte mit Victoria nur ein kleiner Teil eines viel größeren Geheimnisses war.
Doch bevor sie weitere Fragen stellen konnte, nahm der Mitarbeiter die Mappe vom Tisch.
„Das reicht für heute.“
Emma wurde zurück in ihren Wohnbereich gebracht.
Margaret bemerkte sofort, dass etwas nicht stimmte.
„Was hat sie dir erzählt?“
Emma setzte sich auf ihre Bettkante und hielt den Brief ihres Bruders fest.
„Sie kannte Daniel. Und sie weiß etwas über seinen Tod.“
Margaret wurde blass.
„Dann musst du vorsichtig sein. Victoria ist nicht die Einzige, die hier etwas zu verbergen hat.“
Emma blickte überrascht auf.
„Was meinst du damit?“
Margaret sah sich um und senkte ihre Stimme.
„Vor drei Tagen kam eine neue Mitarbeiterin in den Verwaltungsbereich. Sie hat nach deiner Akte gefragt. Und als sie deinen Familiennamen hörte, sagte sie etwas Merkwürdiges.“
„Was denn?“
Margaret zögerte.
„Sie sagte: ‚Also ist Daniels Schwester tatsächlich hier angekommen.‘“
Emma spürte, wie ihr Herz schneller schlug.
Noch bevor sie antworten konnte, wurde ihr Name über die Lautsprecheranlage aufgerufen.
Sie sollte sofort zur Gefängnisleitung kommen.
Als sie dort ankam, lag ein einzelner blauer Umschlag auf dem Schreibtisch.
Auf der Vorderseite stand in großen Buchstaben:
„Emma – die Wahrheit über Daniel.“
Doch als sie den Umschlag umdrehte, entdeckte sie darunter eine kleine handschriftliche Nachricht:
„Vertraue Victoria nicht. Sie erzählt dir nur die Hälfte.“
Emma blickte zur Tür.
Draußen stand eine Frau, die sie noch nie zuvor gesehen hatte.
Die Unbekannte lächelte kurz und sagte:
„Wir müssen über deinen Bruder sprechen. Und diesmal werde ich dir erzählen, was wirklich passiert ist.“
War Victoria tatsächlich bereit, die Wahrheit zu sagen – oder hatte Emma gerade erst den nächsten Teil einer viel größeren Täuschung entdeckt? 😨👇
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