Er trat näher an die Tür.
„Tiere. Menschen. Alles, was schwächer ist als sie.“
Er legte die Hand auf das Holz.
„Das war ihr größter Fehler.“
Ein Moment Stille.
Dann sagte Miguel:
„Nein.“
Marco drehte sich um.
„Was?“
Miguel blickte zur Tür.
„Das war ihr größter Unterschied.“
Der Regen fiel stärker.
Cobre sah zwischen den beiden Männern hin und her.
„Was soll das heißen?“
Miguel nahm langsam seine Maske ab.
„Es bedeutet, dass wir vielleicht die ganze Zeit die falsche Seite verfolgt haben.“
Marco lächelte nicht mehr.
Kapitel 9 – Die Erde erinnert sich
Unter der Erde hielt Elena die Hand ihrer Tochter.
Noch ungeboren.
Noch namenlos.
Aber bereits geliebt.
Rosa stand neben ihr.
„Du hast Angst.“
Elena nickte.
„Ja.“
„Gut.“
Elena sah sie verwirrt an.
„Gut?“
Rosa lächelte.
„Nur Menschen,
denen etwas wichtig ist, haben Angst, es zu verlieren.“
Sie legte die Hand auf die Wand voller Namen.
„Aber erinnere dich an etwas.“
Die Erde unter ihren Füßen vibrierte leicht.
„Du bist nicht die Erste, die hier unten stand.“
Elena blickte auf die Namen.
Rosa.
Catalina.
Marisol.
Pilar.
Luisa.
Fernanda.
Amara.
Yael.
Und jetzt:
Elena.
2025.
Sie legte ihre Hand daneben.
Nicht als Opfer.
Nicht als jemand, der flieht.
Sondern als jemand, der bleibt.
Über ihnen krachte die Kellertür auf.
Schritte näherten sich.
Doch Elena hatte aufgehört zu zittern.
Denn zum ersten Mal seit Tagen verstand sie etwas:
Sie war nicht allein.
Sie war nie allein gewesen.
Und manchmal…
wenn die Welt versucht, eine Frau tief unter der Erde zu begraben…
vergisst sie etwas Wichtiges.
Die Erde bewahrt ihre Töchter.
Aber der Teufel kennt jede Wurzel.
Fortsetzung folgt…
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