Spätere Labortests ergaben, dass es einen starken medizinischen Wirkstoff enthielt, der, wenn er ohne ärztliche Verschreibung eingenommen wurde, einen gefährlichen Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit verursachen konnte.

 

Die Ermittler stellten fest, dass Emma einige Monate zuvor heimlich eine hohe Lebensversicherung auf ihren Mann abgeschlossen hatte. Außerdem hatte sie enorme Schulden angehäuft, von denen Daniel absolut nichts wusste.

Während der Vernehmung leugnete die Frau zunächst alles, gestand aber schließlich, dass sie ihrem Mann die Medikamente absichtlich in seine Getränke gemischt hatte. Sie hatte darauf spekuliert, dass sein Tod auf eine plötzliche Verschlechterung seines Gesundheitszustandes zurückgeführt werden würde.

Und Max hatte seinen Besitzer nicht grundlos angegriffen.

Bei einem der ersten Vorfälle hatte Emma etwas von der Flüssigkeit auf den Boden verschüttet. Der Hund war durch den ungewöhnlichen Geruch neugierig geworden, doch die Frau hatte ihn grob weggestoßen und mehrmals geschlagen. Danach reagierte Max jedes Mal ängstlich, wenn er sah, wie sie dieselbe Flasche hervorholte.

Der Hund konnte die kriminellen Absichten seiner Besitzerin nicht verstehen, aber er erinnerte sich an den unangenehmen Geruch, ihr aggressives Verhalten und die beängstigende Situation.

Später sah sich Daniel lange die Aufnahmen der Kamera an und erkannte, dass Max immer ruhig geblieben war, bis seine Frau ihm die Medikamente gab.

Nach Emmas Verhaftung brachte der Mann seinen Hund zum Tierarzt, um ihn untersuchen zu lassen, sich zu vergewissern, dass ihm nichts zugestoßen war, und erlaubte ihm nie wieder, sich seiner Frau zu nähern.

Ein paar Tage später saß Daniel zum ersten Mal seit Langem friedlich im Wohnzimmer. Er streichelte Max über den Kopf und sagte leise:

„Tut mir leid, Kumpel. Ich dachte, du wärst das Problem, aber die ganze Zeit hatte ich keine Ahnung, was in meinem eigenen Haus vor sich ging.“

Max legte seinen Kopf in Daniels Schoß und schloss friedlich die Augen.

Und erst da wurde Daniel vollends bewusst, dass er, wenn er diese Kamera nicht installiert hätte, die Wahrheit über die Frau, mit der er sieben Jahre seines Lebens verbracht hatte, vielleicht nie erfahren hätte.

# 😱 TEIL 2: „DER HUND HATTE SEINEN BESITZER VOR SEINER EIGENEN FRAU GERETTET – DOCH ALS DANIEL ERFUHR, WAS EMMA VOR IHRER VERHAFTUNG NOCH VERSTECKT HATTE, KAM EIN WEITERES FAMILIENGEHEIMNIS ANS LICHT!“

Drei Tage waren vergangen, seit Emma festgenommen worden war.

Daniel hatte kaum geschlafen. Immer wieder dachte er an die Aufnahmen aus dem Wohnzimmer. Besonders eine Szene ließ ihn nicht los: Max stand vor Emma, bellte und versuchte, sie aufzuhalten, während sie den Krug mit der Limonade in der Hand hielt.

Daniel hatte seinen Hund für gefährlich gehalten.

Dabei hatte Max offenbar immer wieder auf eine Situation reagiert, die Daniel selbst nicht verstanden hatte.

Am vierten Morgen erhielt er einen Anruf von der Polizei.

„Herr Daniel, wir müssen Sie bitten, noch einmal zur Dienststelle zu kommen. Bei der Auswertung der Unterlagen Ihrer Frau ist etwas aufgetaucht.“

Daniel wurde sofort aufmerksam.

„Geht es um die Lebensversicherung?“

„Auch. Aber es gibt eine weitere Person, deren Name in mehreren Dokumenten auftaucht.“

***

Eine Stunde später saß Daniel einem Ermittler gegenüber.

Auf dem Tisch lagen Kopien von Überweisungen, Versicherungsunterlagen und mehrere ausgedruckte Nachrichten.

„Ihre Frau hatte nicht nur Schulden“, erklärte der Ermittler. „Sie überwies seit Monaten regelmäßig Geld an ein Konto, das nicht auf ihren Namen lief.“

Daniel betrachtete die Unterlagen.

„Wem gehört dieses Konto?“

Der Ermittler schob ihm ein Blatt hin.

Darauf stand der Name: **Martin Keller.**

Daniel kannte diesen Mann.

Martin war ein ehemaliger Geschäftspartner, mit dem er vor zwei Jahren einen größeren Vertrag beendet hatte. Die Trennung war damals nicht besonders freundlich verlaufen.

„Was hat Martin mit meiner Frau zu tun?“

„Das versuchen wir gerade herauszufinden. Wir haben Hinweise darauf, dass er von den finanziellen Schwierigkeiten Ihrer Frau wusste.“

Daniel lehnte sich zurück.

„Wollen Sie damit sagen, dass er sie zu diesem Plan angestiftet hat?“

„Das können wir noch nicht behaupten. Wir prüfen die Kommunikation und die Geldbewegungen.“

Der Ermittler legte eine weitere Nachricht vor.

Sie stammte von Emma.

**„Sobald alles vorbei ist, bekommst du deinen Anteil. Aber Daniel darf vorher nichts erfahren.“**

Daniel starrte auf den Bildschirm.

„Ich möchte wissen, was wirklich passiert ist.“

„Das ist auch unser Ziel“, antwortete der Ermittler.

***

Als Daniel nach Hause zurückkehrte, wartete Max bereits an der Haustür.

Der Hund wedelte mit dem Schwanz und brachte ihm sein altes Spielzeug.

Daniel kniete sich hin.

„Na, mein Freund? Heute gehen wir ein bisschen spazieren.“

Zum ersten Mal seit Tagen fühlte sich das Haus nicht mehr wie ein Ort voller Angst an.

Doch während Max im Garten spielte, entdeckte Daniel etwas unter einem kleinen Tisch im Arbeitszimmer.

Eine Schachtel, die er dort noch nie gesehen hatte.

Er öffnete sie vorsichtig.

Darin lagen mehrere alte Briefe, ein USB-Stick und ein Foto von Emma mit einem Mann, den Daniel sofort erkannte.

Martin.

Auf der Rückseite des Fotos stand ein Datum, das fast zwei Jahre zurücklag.

Daniel setzte sich.