„Könnte es noch da sein?“

“Möglicherweise.”

Ich schaute durchs Fenster zu Lucy. Sie arrangierte sorgfältig ihre Stoffente neben ihrem Kissen.

Tagelang hatte sich jeder auf die verschwundenen Kameraaufnahmen konzentriert. Vielleicht hatten die Personen, die diese Videos gelöscht hatten, etwas viel Einfacheres übersehen.

Ein Telefon.

Ein kleines Beweisstück, das sie in ihrer Eile zurückgelassen haben.

Salazar rief vierzig Minuten später zurück. Ihre Stimme war beherrscht, aber ich konnte die Dringlichkeit darunter heraushören.

„Caroline, wir haben ein Handy unter der Kellertreppe gefunden. Es ist beschädigt, aber der Spurensicherungstechniker glaubt, dass die Daten möglicherweise noch wiederhergestellt werden können.“

Ich lehnte mich an die Wand.

„Gehört es Kyle?“

„Wir haben die Eigentumsverhältnisse noch nicht bestätigt.“

„Was passiert jetzt?“

„Wir sichern es, dokumentieren die Bergung und holen die notwendige Genehmigung für eine forensische Untersuchung ein.“

Ich habe es verstanden.

Keine Abkürzungen. Keine Versprechungen.

Nur Beweise.

Zum ersten Mal seit Lucys Anruf empfand ich etwas Stärkeres als Wut.

Ich spürte die Möglichkeit, dass die Wahrheit all das überstehen könnte, was die Rors getan hatten, um sie zu vertuschen.

Das Telefon gab uns nicht sofort Antworten.

Detective Salazar warnte mich, dass die forensische Untersuchung Wochen dauern könnte. Der Bildschirm war gesprungen, der Akku beschädigt, und niemand wollte riskieren, durch übereiltes Handeln Beweismittel zu vernichten.

Das habe ich verstanden.

Das Verständnis machte das Warten nicht leichter.

Am Montagmorgen war Lucy bereits fast eine Woche im Krankenhaus.

Ihre Ärzte besprachen die nächste Behandlungsphase, einschließlich Physiotherapie und der Möglichkeit, sie in eine Rehabilitationseinrichtung zu verlegen, sobald sie medizinisch dazu bereit sei.

Sie hasste jede Erwähnung des Wortes Rehabilitation.

„Heißt das, dass wir mehr Nadeln brauchen?“, fragte sie.

„Nicht unbedingt.“

„Das sagen Ärzte immer kurz bevor sie wieder Spritzen setzen.“

Ich musste trotz meiner eigenen Bedenken lächeln.

Sie saß aufrecht, den linken Arm auf Kissen gestützt, das rechte Bein sorgfältig unter einer Decke positioniert. Die Blutergüsse in ihrem Gesicht hatten sich von violett zu gelb verfärbt.

Ich hasste es, dass ich die Farben der Heilung so gut kannte.

Am Nachmittag desselben Tages rief Salazar mit ersten Informationen an.

Die Ermittler hatten Aufzeichnungen erhalten, die das sichergestellte Telefon mit Kyle in Verbindung brachten. Ein forensischer Spezialist hatte zudem Nachrichten identifiziert, die für Lucys Fall relevant waren.

Obwohl die vollständige Untersuchung noch nicht abgeschlossen war, wurde am Morgen von Lucys Verletzung bereits eine Nachricht von Brent verschickt.

Es hieß:

„Sie hat von den Rechnungen gehört. Ethan muss sich um sein Kind kümmern.“

Eine kurz darauf versandte Nachricht lautete:

„Lass sie nicht Caroline anrufen.“

I read those words three times.

This had not been a sudden argument that simply went too far. They had known Lucy might tell me something, and they had wanted to stop her.

Patricia Voss came to the hospital that evening.

She brought a folder containing our emergency-custody paperwork and a bag of sandwiches from a deli near the courthouse.

“You need to eat,” she said.

“Everyone keeps telling me that.”

“Everyone is right.”

I took the turkey sandwich.

Patricia explained that the financial records mentioned in the messages could point toward false invoices involving Ror Construction, but she cautioned me against assuming too much.

“That is a separate investigation. Our immediate concern is Lucy’s safety.”

“Do you think Ethan knew?”

“I think the messages raise serious questions. He gave them access to her. That matters. But investigators still need to establish what he knew and when he knew it.”

I put down the sandwich.

“What if he knew everything?”

Patricia folded her hands.

“Then he will have to answer for his choices.”

I looked toward Lucy’s room.

She was sleeping with Helen’s stuffed yellow duck tucked beside her pillow.

“She’s twelve,” I said. “She still believes people mean what they say.”

Patricia followed my gaze.

“Then the people around her need to start proving they deserve that trust.”

Darlene arrived on Wednesday morning.

I was standing near the nurses’ station when I saw her step out of the elevator. She wore a cream-colored coat, pearl earrings, and the same expression she had worn at every uncomfortable family gathering I had ever attended.

A man carrying a leather briefcase walked beside her.

“Caroline,” she said brightly.

I did not move.

“What are you doing here?”

“We need to talk.”

“No.”

Her smile tightened.

“Don’t be unreasonable.”

I looked at the man beside her.

“Who are you?”

“Robert Hensley. I represent the Ror family.”

“Then you can speak to my attorney.”

Darlene stepped closer.

“I’m trying to help Lucy.”

I almost laughed.

“You left a voicemail threatening me.”

“I was upset.”

“You laughed.”

She glanced toward the nurses’ station.

“Must we do this here?”

“You came here.”

Hensley opened his briefcase and removed an envelope.

“The family would like to offer financial assistance with Lucy’s medical expenses.”

I stared at him.

“What are the conditions?”

He hesitated.

Darlene answered instead.