„Señor Landeros“, sagte sie langsam, „wenn Sie wirklich wissen wollen, was Ihr Vater getan hat, müssen Sie mir zuerst versprechen, dass Sie die Wahrheit hören werden, selbst wenn sie Ihrer eigenen Familie schadet.“

Gabriel nahm seinen Hut ab.

„Das verspreche ich.“

Magdalena drehte sich um und ging ins Haus.

Sie kniete sich neben ihr Bett, zog die alte Holzkiste hervor und legte sie auf den Tisch.

Dann öffnete sie den Deckel.

Darin lagen ein vergilbtes Notizbuch, mehrere Briefe und eine kleine Karte, auf der die Quelle und das umliegende Land eingezeichnet waren.

Gabriel trat näher.

Als er die Karte sah, wich jede Farbe aus seinem Gesicht.

Denn am unteren Rand stand ein Name, den er seit seiner Kindheit kannte.

Der Name seines eigenen Großvaters.

Und darunter, in einer Handschrift, die niemand aus seiner Familie je erwähnt hatte, befand sich ein Datum, das mehr als dreißig Jahre zurücklag.

Magdalena sah Gabriel an.

„Mein Mann hat mir gesagt, ich solle diese Kiste nur öffnen, wenn jemand von der Ranch La Estrella nach ihr fragt.“

Ihre Stimme zitterte.

„Er sagte, eines Tages würde jemand kommen, der behauptet, helfen zu wollen. Und dass ich dann entscheiden müsste, ob dieser Mensch die Wahrheit wirklich ertragen kann.“

Gabriel blickte auf die Karte.

Draußen rauschte der Wind über die trockenen Gräser.

Zum ersten Mal seit ihrer Begegnung schien er nicht zu wissen, was er sagen sollte.

Denn die Witwe, der er geholfen hatte, ihr Dach zu reparieren, besaß möglicherweise den Schlüssel zu einem Geheimnis, das seine Familie seit Generationen bewahrte.

Und nun musste er entscheiden, ob er bereit war, alles zu riskieren, um herauszufinden, wem das Land wirklich gehörte.

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