Und plötzlich verstand sie, dass sie sein Andenken nicht schützen musste, indem sie alles stillstehen ließ.

Sie konnte es schützen, indem sie weiterlebte.

Jacinta wandte sich an Julián.

„Du hast die Mühle repariert.“

Er schüttelte den Kopf.

„Wir haben sie repariert.“

Dann sah er zu Emiliano, der neben seiner Schwester stand.

„Und wir sind noch lange nicht fertig.“

Jacinta lächelte.

Es war ein kleines, unsicheres Lächeln, als müsste sie erst wieder lernen, wie es ging.

Doch es war echt.

An diesem Abend deckte sie den Tisch für drei Erwachsene und zwei Kinder. Sie servierte warmes Brot, Bohnen und Kaffee. Zum ersten Mal seit Jahren blieb die Tür der Mühle offen, während das Rad sich im Hintergrund weiterdrehte.

Julián wusste noch nicht, wie lange sie dort bleiben würden.

Er wusste nicht, ob er jemals wieder eine eigene Werkstatt besitzen würde.

Aber als er Emiliano dabei beobachtete, wie er Jacinta beim Abräumen half, und seine Tochter hörte, die am Tisch von der Schule erzählte, spürte er etwas, das er seit Teresas Tod kaum noch gekannt hatte.

Hoffnung.

Und Doña Jacinta, die geglaubt hatte, ihr Leben sei mit dem Tod ihres Sohnes stehen geblieben, begriff an diesem Abend, dass manchmal nicht nur ein Mühlrad repariert werden musste.

Manchmal brauchte auch ein gebrochenes Herz jemanden, der geduldig genug war, ihm eine neue Richtung zu zeigen.

**Doch als Jacinta später die Briefe ihres Sohnes erneut öffnete, entdeckte sie auf der letzten Seite einen Namen, den sie seit Jahren nicht mehr gehört hatte – und eine Nachricht, die alles, was sie über die Nacht der Flut zu wissen glaubte, infrage stellte.**

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