Aisae zögerte.

Dann sagte er:

„Eine zweite Stimme.“

Daniel sprang auf.

Er setzte Kopfhörer auf, öffnete die Originaldatei und verstärkte einen kaum hörbaren Abschnitt am Anfang der Aufnahme.

Zunächst war nur ein leises Rauschen zu hören.

Dann erklang eine Stimme.

Sie sang nur wenige Silben.

Doch Daniel erkannte die Stimme sofort.

Sein Gesicht wurde kreidebleich.

Richard griff nach der Tischkante.

Denn die Stimme gehörte nicht Victoria Chase.

Sie gehörte einer Sängerin, die seit zwölf Jahren als verschollen galt – einer Frau, die früher als die einzige Künstlerin bezeichnet worden war, die Victorias berühmte 26. Note jemals live erreicht hatte.

Und in den Produktionsunterlagen stand ihr Name.

Amelia Williams.

Aisaes Nachname.

Daniel drehte sich langsam zu dem Jungen um.

„Aisae“, fragte er, „war deine Mutter jemals professionelle Sängerin?“

Der Junge schüttelte den Kopf.

„Nein. Sie arbeitet in einer Wäscherei.“

„Und deine Großmutter?“

Aisae dachte nach.

„Meine Mutter sagt manchmal, dass ihre Mutter früher gesungen hat. Aber sie redet nicht gern darüber.“

Richard blickte wieder auf den Bildschirm.

Dort stand unter der Produktionsnummer eine weitere Zeile:

„Rechte ungeklärt. Originalaufnahme nicht veröffentlichen.“

Niemand sprach.

Denn plötzlich ging es nicht mehr nur um eine Sängerin, die einen Jungen auf der Bühne gedemütigt hatte.

Es ging um eine Stimme, die möglicherweise jemand anderem gehörte.

Um eine Aufnahme, deren Herkunft niemand erklären konnte.

Und um ein Kind, dessen außergewöhnliches Talent womöglich mit einem Geheimnis verbunden war, das eine der berühmtesten Karrieren der Musikbranche erschüttern könnte.

Doch als Daniel die vollständigen Produktionsunterlagen öffnete, entdeckte er eine letzte Notiz – unterschrieben von Victoria Chase selbst.

Fortsetzung folgt in Teil 3 … 👇🎤

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