Im Falle meines Todes sollte Rodrigo eine erhebliche Auszahlung erhalten, und im Falle seines Todes sollte das Geld an mich gehen, was zunächst völlig gewöhnlich wirkte.

Doch ein neuer Zusatzvertrag deckte den Tod beider Ehepartner nahezu gleichzeitig ab, woraufhin der größte Teil der Gelder in einen familiären Unternehmenstrust fließen sollte.

Vorübergehend sollte Rodrigos Geschäftspartner Mauricio die Verwaltung des Trusts übernehmen, derselbe Mann, der mir in jener Nacht über das angeblich verschwundene Flugzeug geschrieben hatte.

Inés warnte sofort, dass eine solche Struktur durchaus legitime Gründe haben könne, doch die Übereinstimmung mit den falschen Spuren eine offizielle finanzielle Prüfung erforderlich mache.

Als die Polizei Mauricio zu einem Gespräch vorlud, sagte er zunächst, er befinde sich zu Hause, doch anschließend stellte sich heraus, dass sich sein Telefon in jener Nacht durch die Stadt bewegt hatte.

Kameras in der Nähe der Garage erfassten ein Fahrzeug, das seiner Limousine ähnelte, neben dem weißen Geländewagen zwanzig Minuten bevor der Mann an meiner Tür auftauchte.

Mauricio erschien freiwillig mit einem Anwalt und erklärte, er habe Rodrigo lediglich bei der Vorbereitung seiner Reise geholfen und weder von dem Unfall noch von dem Doppelgänger gewusst.

Er erklärte die Nachricht über das Flugzeug damit, dass er eine automatische Benachrichtigung vom Firmen-Reiseservice erhalten und sich beeilt habe, mich zu warnen, ohne die Einzelheiten zu überprüfen.

Die Ermittler akzeptierten diese Version nicht einfach, erklärten Mauricio jedoch auch nicht zum Mittäter, solange digitale Protokolle und Kameraaufnahmen noch von Spezialisten untersucht wurden.

Am Abend stellte die Polizei die Identität des Mannes fest, der an meiner Tür gestanden hatte: Es war ein wenig bekannter Statist namens Julián Rivas.

Man fand ihn in einem gemieteten Zimmer, nachdem die Autovermietung die Daten der Person übermittelt hatte, die den weißen Geländewagen über Rodrigos Firmenkonto erhalten hatte.

Julián behauptete zunächst, er habe nur bei einem seltsamen bezahlten Streich mitgemacht, bei dem er den Ehemann darstellen und die Frau dazu bringen sollte, nachts die Wohnungstür zu öffnen.

Seiner Aussage zufolge hatte der Auftraggeber erklärt, dass sich im Inneren ein Jubiläumsgeschenk befinde und die Inszenierung für die Aufnahme eines Werbespots über Haussicherheit benötigt werde.

Die Geschichte klang absurd, doch Julián übergab freiwillig den Nachrichtenverlauf, der zeigte, dass er tatsächlich den vollständigen Umfang dessen, was um ihn herum geschah, möglicherweise nicht verstanden hatte.

Er hatte die Bezahlung über einen Vermittler erhalten, der mit einer Vertragsfirma von Mauricio verbunden war, und die Anweisungen enthielten Rodrigos Kleidung sowie vorab aufgenommene Sprachproben meines Mannes.

Genau deshalb hatte die Stimme so überzeugend geklungen: Einige Sätze sprach Julián selbst, während bestimmte kurze Befehle über einen kleinen Lautsprecher unter seiner Kleidung abgespielt wurden.

Die Polizei erklärte mir die technischen Einzelheiten nicht, weil es wichtiger war, den Auftraggeber, die finanzielle Kette und das tatsächliche Ziel des Eindringens in die Wohnung festzustellen.

Julián sagte, dass er nach mehreren erfolglosen Versuchen, die Tür zu öffnen, das kleine Laufwerk aus dem Arbeitszimmer holen und die Wohnung unverschlossen zurücklassen sollte.

Diese letzte Anweisung veränderte alles, denn eine unverschlossene Wohnung bedeutete, dass nach seinem Weggang eine völlig andere Person hierher kommen konnte.

Alejandra fragte, wo ich mich nach dem Öffnen der Tür befinden sollte, und Julián antwortete, der Auftraggeber habe ihm versichert, dass die Ehefrau unter Beruhigungsmitteln schlafen würde.

Ich hatte niemals Beruhigungsmittel genommen, doch an jenem Abend hatte Rodrigo mir tatsächlich Tee in der Küche hingestellt und eindringlich darum gebeten, ihn vor dem Schlafengehen auszutrinken.

Ich trank den Tee nur deshalb nicht, weil ich an einer Tonaufnahme arbeitete und stattdessen Kaffee bevorzugte, den ich später selbst im Studio zubereitete.

Die Polizei nahm die verbliebene Flüssigkeit zur Analyse mit, ohne vor dem Laborergebnis irgendwelche Schlüsse zu ziehen, und mir wurde körperlich schlecht bei nur einer möglichen Version der Ereignisse.

Zwei Tage später entdeckte das Labor im Tee einen Arzneistoff, der mir nicht verschrieben worden war und bei einem Erwachsenen starke Schläfrigkeit hervorrufen konnte.

Die Ermittler betonten erneut vorsichtig, dass das Vorhandensein des Medikaments einer Erklärung bedürfe, aber noch nicht beweise, wer es am Abend in die Tasse gegeben hatte.

Die Kamera in der Küche hatte jedoch den Moment aufgezeichnet, in dem Rodrigo selbst den Tee einschenkte und einen kleinen Gegenstand aus seiner Tasche nahm, bevor er die Tasse neben mich stellte.

Auf der Aufnahme war der Inhalt nicht zu erkennen, doch zusammen mit den Laborergebnissen und den späteren Dokumenten wurde diese Szene Teil des gesamten Beweisbildes der Ermittlungen.

Rodrigo blieb weiterhin verschwunden, bis die Polizei am dritten Tag eine Nachricht aus einer Privatklinik in einem anderen Bundesstaat Mexikos erhielt.

Ein Mann, der sich unter einem anderen Namen vorgestellt hatte, war nach einer Verletzung am Arm dorthin gegangen, und ein Mitarbeiter erkannte ihn anhand eines Fotos aus der internen Fahndungsaussendung der Polizei.

Rodrigo wurde ohne Verfolgungsjagd und Schusswechsel festgenommen, und bei ihm wurden ein Telefon, Bargeld und genau das externe Laufwerk aus unserem Safe gefunden.