Um 21:17 Uhr erhielt ich eine letzte Nachricht von Scott.

Diesmal war sie anders.

Was genau hat Richard Hale dir erzählt?

Ich betrachtete den Bildschirm.

Zum ersten Mal seit seinem Anruf am Vormittag klang Scott nicht triumphierend.

Er klang nervös.

Ich schrieb keine Antwort.

Stattdessen öffnete ich mein E-Mail-Postfach und sah, dass Richard bereits eine kurze Nachricht geschickt hatte.

Der Betreff lautete:

Margaret Collins – ergänzende Nachlassunterlagen

Darunter stand nur ein Satz:

Bitte lesen Sie das beigefügte Dokument nicht ohne Ihre Anwältin, da es Bestimmungen enthält, deren rechtliche Bedeutung sorgfältig geprüft werden muss.

Ich öffnete die Nachricht nicht sofort.

Ich setzte mich an den Küchentisch meiner vorübergehenden Unterkunft, legte mein Handy neben eine Tasse Tee und atmete tief durch.

Scott hatte geglaubt, dass eine Erbschaft von 7,3 Millionen Dollar ihn von allen Verpflichtungen befreien würde.

Er hatte geglaubt, dass meine Unterschrift die Angelegenheit beenden würde.

Und er hatte geglaubt, dass ich zu schwach wäre, um Fragen zu stellen.

Doch Margaret hatte mich nicht zufällig in ihre Unterlagen einbezogen.

Sie hatte mir etwas hinterlassen, das Scott offenbar vergessen hatte.

Eine Bedingung, die er möglicherweise selbst akzeptiert hatte.

Am nächsten Morgen würden Nora und ich erfahren, was wirklich darin stand.

Und Scott würde endlich verstehen müssen, dass eine Erbschaft nicht immer das Ende einer Geschichte ist.

Manchmal ist sie erst der Anfang.

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