„Das ist deine Entscheidung“, sagte Ethan. „Aber bevor du gehst, solltest du wissen, dass Claire nicht dafür da ist, deine Wünsche zu erfüllen. Wenn du künftig hier zu Gast bist, behandelst du sie auch wie eine Gastgeberin – oder du kommst nicht.“
Vanessa öffnete den Mund, fand jedoch keine Antwort.
—
## Die Überraschung, die Ethan für Claire aufgehoben hatte
Später, als die meisten Gäste gegangen waren, führte Ethan Claire auf die Terrasse.
Die Nacht war kühl, und über dem Garten leuchteten kleine Lichter.
„Ich hatte eigentlich einen ganz anderen Abend geplant“, sagte er.
Claire sah ihn an.
„Was meinst du?“
Ethan holte eine kleine Schachtel aus seiner Jackentasche.
Darin lag ein Schlüssel.
„Ich wollte dir morgen unser neues Haus zeigen. Ich habe es während der Übernahme gefunden. Es ist kleiner als diese Villa, aber es hat einen wunderschönen Garten und ein Arbeitszimmer, das du für deine Stiftung nutzen kannst.“
Claire betrachtete den Schlüssel.
„Du möchtest ausziehen?“
„Ich möchte, dass wir ein Zuhause haben, in dem wir beide frei entscheiden können, wie wir leben. Ohne dass jemand dir Aufgaben zuteilt oder dir vorschreibt, welchen Platz du einzunehmen hast.“
Claire schwieg.
Dann legte sie den Schlüssel vorsichtig in ihre Hand.
„Ich möchte nicht, dass du wegen eines einzigen Abends alles veränderst.“
Ethan schüttelte den Kopf.
„Es war nicht nur ein Abend. Es war etwas, das schon viel zu lange passiert ist. Und ich hätte früher erkennen müssen, dass du dich hier nicht wohlfühlst.“
Claire lehnte den Kopf an seine Schulter.
Zum ersten Mal an diesem Tag fühlte sie sich nicht wie jemand, der etwas leisten musste, um willkommen zu sein.
Doch gerade als sie gemeinsam ins Haus zurückgehen wollten, hörten sie hinter sich eine Stimme.
„Ethan?“
Patricia stand in der Terrassentür.
Ihr Gesicht war ernst. In der Hand hielt sie einen alten Brief.
„Es gibt etwas, das du über deinen Vater wissen solltest“, sagte sie. „Ich habe es dir all die Jahre verschwiegen. Und wenn Claire tatsächlich die Stiftung leiten wird, dann betrifft es auch sie.“
Ethan nahm den Brief entgegen.
Auf dem Umschlag stand die Handschrift seines verstorbenen Vaters.
Darunter waren nur sechs Worte geschrieben:
**„Für Ethan – erst öffnen, wenn du zurückkehrst.“**
Ethan blickte seine Mutter an.
„Warum hast du mir diesen Brief nie gegeben?“
Patricia senkte den Blick.
„Weil dein Vater darin eine Entscheidung festgehalten hat, die ich niemals akzeptieren wollte.“
Ethan öffnete langsam den Umschlag.
Und schon nach den ersten Zeilen wusste er, dass der Abend noch lange nicht vorbei war.
**Denn sein Vater hatte Claire bereits vor Jahren eine Rolle zugedacht, von der Ethan selbst nichts gewusst hatte.**
👇 **TEIL 3 folgt …**
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