Der zweite ließ mein Blut in den Adern gefrieren.
Carter.
Ich las die Zeilen noch einmal.
Dann noch einmal.
Es waren keine vollständigen Beweise. Nur Notizen, Zeitangaben und Hinweise auf eine Geldübergabe, die offenbar am Abend vor dem Überfall stattgefunden hatte.
Aber plötzlich ergaben einige Dinge einen Sinn.
Carter hatte gewusst, wo ich mich an jenem Abend aufhielt.
Er hatte mich damals gebeten, ihm einen Gefallen zu tun. Ich hatte abgelehnt, weil ich nicht in seine Geschäfte hineingezogen werden wollte.
Zwei Tage später war ich verhaftet worden.
Damals hatte ich geglaubt, es handle sich um einen schrecklichen Irrtum.
Nun fragte ich mich, ob es überhaupt ein Irrtum gewesen war.
Ich nahm die Unterlagen an mich, steckte den USB-Stick in meine Tasche und verließ den Laden durch die Hintertür.
Ich musste einen Anwalt finden, der die Dokumente prüfen und mir helfen konnte, die Wahrheit herauszufinden.
Doch bevor ich den ersten Schritt auf die Straße machte, vibrierte das alte Mobiltelefon in meiner Hand.
Ich erstarrte.
Der Bildschirm leuchtete auf.
Eine neue Nachricht erschien.
Sie war von einer unbekannten Nummer.
„Finnley, wenn du die grüne Kassette gefunden hast, bist du in Gefahr. Geh nicht nach Hause. Dein Vater lebt. Aber Carter weiß inzwischen, dass du zurück bist.“
Ich las die Nachricht immer wieder.
Dann erschien eine zweite.
„Wenn du Camden wiedersehen willst, komm heute Abend um acht zum alten Bahnhof. Komm allein.“
Ich blickte auf die Uhr.
Es war kurz nach sechs.
Ich hatte weniger als zwei Stunden, um herauszufinden, ob die Nachricht eine Falle war.
Und zum ersten Mal seit meiner Entlassung aus dem Gefängnis hatte ich einen Grund zu glauben, dass meine Geschichte noch nicht zu Ende erzählt war.
Denn vielleicht war mein Vater nicht tot.
Vielleicht hatte er die ganze Zeit versucht, mich zu retten.
Und vielleicht wartete er jetzt irgendwo darauf, dass ich endlich die Wahrheit über den Mann erfuhr, der meine Familie zerstört hatte.
**Doch eine Frage ließ mich nicht los: Wenn Camden Dennis noch lebte, warum hatte er sich dann drei Jahre lang nicht bei seinem eigenen Sohn gemeldet?**
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