Larisa wollte etwas sagen, bemerkte aber, dass sich mehrere Gäste in der Nähe befanden, und schwieg.
Und ich hatte zum ersten Mal an diesem Tag das Gefühl, ruhig sein zu können.
# Kapitel 2: Die Frau, die niemand mehr übersehen konnte
Larisa stand mitten in der Lounge und starrte mich an, als hätte ich ihr vor den Augen der gesamten Gesellschaft eine Ohrfeige verpasst.
„Du wirst das bereuen“, zischte sie.
Ich stellte mein Champagnerglas auf den Tisch und lächelte höflich.
„Heute ist meine Hochzeit, Larisa. Ich möchte mich wirklich nicht streiten.“
„Du hast mich eingesperrt!“
Einige Gäste drehten sich um. Mein Mann, Adrian, kam gerade von der anderen Seite des Saals herüber. Als er das zerknitterte Gesicht seiner Mutter sah, beschleunigte er seine Schritte.
„Mama? Was ist passiert? Warum trägst du diese Kleidung?“
Larisa zeigte mit zitterndem Finger auf mich.
„Deine Frau hat mich absichtlich eingesperrt! Sie hat dafür gesorgt, dass jemand mein Kleid ruiniert, und anschließend hat sie mich in einem Zimmer eingeschlossen! Ich musste mir irgendwelche Sachen besorgen, um überhaupt hier herauszukommen!“
Adrian sah mich an.
Ich kannte diesen Blick. Er war derselbe, den er mir schon unzählige Male zugeworfen hatte, wenn seine Mutter sich über mich beschwerte. Er erwartete, dass ich mich rechtfertigte, dass ich mich entschuldigte und dass ich schließlich nachgab, damit wieder Frieden herrschte.
Doch diesmal würde ich ihm diese Erleichterung nicht schenken.
„Adrian“, sagte ich ruhig, „deine Mutter ist erwachsen. Wenn sie sich von jemandem ungerecht behandelt fühlt, kann sie das erklären. Aber ich werde mich nicht vor allen Gästen für jede ihrer Anschuldigungen entschuldigen.“
„Das ist keine Anschuldigung!“, rief Larisa. „Es ist die Wahrheit!“
Meine beste Freundin Sophie, die noch immer neben dem Tisch stand, senkte den Blick. Sie wusste genau, was sie getan hatte. Und plötzlich wurde mir klar, wie weit ich gegangen war, nur um Larisa eine Lektion zu erteilen.
Ich hatte mich selbst in eine Lage gebracht, in der meine Schwiegermutter tatsächlich einen Grund hatte, sich über mein Verhalten zu beschweren.
Das war ein Fehler.
Ein Fehler, den ich nicht dadurch beheben konnte, dass ich noch lauter wurde als sie.
„Adrian“, sagte ich und sah ihm direkt
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