„Das versuchen wir gerade herauszufinden. Er hat in den vergangenen Monaten mehrere Überweisungen erhalten. Außerdem fanden wir Entwürfe für eine Übertragung Ihres Hauses.“
Ich beugte mich vor.
Auf dem Dokument stand mein vollständiger Name. Darunter befand sich eine Unterschrift, die meiner ähnlich sah.
Aber sie war nicht von mir.
„Ich habe das nie unterschrieben.“
„Das vermuten wir. Ein Sachverständiger wird die Unterschrift untersuchen.“
Miller blätterte weiter.
„Es gibt noch etwas. Wir fanden Unterlagen zu einer Lebensversicherung, deren Begünstigter Mason gewesen wäre.“
Ich spürte, wie sich meine Hände verkrampften.
„Auf mein Leben?“
„Ja. Wir müssen prüfen, wie der Antrag zustande kam und ob er überhaupt wirksam war. Wir können Ihnen derzeit nicht sagen, wer ihn erstellt hat.“
Ich starrte auf die Papiere.
Es war eine Sache, Geld zu stehlen.
Es war eine andere, ohne mein Wissen Verträge über mein Eigentum und mein Leben vorzubereiten.
„Warum sollte Mason so etwas tun?“, fragte ich.
Detective Miller schloss den Ordner.
„Das ist eine der Fragen, die wir klären müssen. Wir werden keine Motive unterstellen, bevor wir die Beweise geprüft haben.“
Dann sah er mich direkt an.
„Ich muss Ihnen außerdem sagen, dass Ihre Mutter behauptet, Sie hätten ihr mündlich erlaubt, Ihre finanziellen Angelegenheiten zu regeln. Sie bestreitet, Amy bedroht oder eingesperrt zu haben.“
Ich lachte kurz auf, ohne jede Freude.
„Natürlich bestreitet sie das.“
„Ihre Frau hat ausgesagt. Wir werden auch die medizinischen Unterlagen Ihres Sohnes berücksichtigen und weitere Zeugen befragen.“
Ich nickte.
„Was brauchen Sie von mir?“
„Alle Kontoauszüge, Nachrichten und E-Mails, die Ihre Mutter betreffen. Löschen Sie nichts. Und versuchen Sie nicht, die Beteiligten selbst zur Rede zu stellen.“
Ich versprach, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten.
Als ich das Revier verließ, fühlte ich mich nicht siegreich.
Ich fühlte mich, als hätte jemand den Boden unter meinem ganzen Leben weggezogen.
Doch diesmal würde ich nicht so tun, als wäre alles in Ordnung.
***
Zwei Tage später wurde Frederick aus dem Krankenhaus entlassen.
Amy brachte ihn zu meiner Schwester, während ich mich mit unserem Anwalt traf. Wir hatten beschlossen, vorerst nicht in unser Haus zurückzukehren, bis die Polizei uns bestätigte, dass es sicher war.
Unser Anwalt, Daniel Foster, hatte die Dokumente bereits geprüft.
„Connor, Sie müssen verstehen, dass eine gefälschte Unterschrift nicht automatisch beweist, wer dafür verantwortlich ist“, sagte er. „Aber wir haben genügend Anlass, die Übertragung Ihres Hauses anzufechten und Ihre Konten zu sichern.“
„Kann ich verhindern, dass meine Mutter weiterhin Geld von mir erhält?“
„Ja. Wir werden die entsprechenden Zugänge ändern, Banken informieren und alle Vollmachten überprüfen lassen. Sie sollten außerdem Ihre Kreditberichte kontrollieren und die Versicherungsgesellschaft schriftlich über den nicht autorisierten Antrag informieren.“
Ich nickte.
Daniel schob mir einen weiteren Ordner hin.
„Es gibt jedoch ein Problem. Ihre Mutter war bei mehreren Finanzinstituten als Kontaktperson eingetragen. Sie hat offenbar über längere Zeit Informationen über Ihre Einkünfte und Vermögenswerte erhalten.“
Ich starrte ihn an.
„Ich habe ihr diese Informationen nie gegeben.“
„Dann müssen wir herausfinden, wie sie Zugang bekam.“
Ich dachte an die alten Dokumente in meinem Arbeitszimmer. An die Ordner, die Teresa angeblich nur sortiert hatte, als Amy nach der Geburt Schwierigkeiten gehabt hatte, sich zu bewegen.
Damals hatte ich mich bedankt.
Vielleicht hatte meine Mutter schon zu diesem Zeitpunkt Kopien angefertigt.
Als ich nach Hause zu meiner Schwester fuhr, wartete Amy mit Frederick auf dem Sofa.
Sie hob den Kopf, als ich eintrat.
„Was hat der Anwalt gesagt?“
Ich setzte mich neben sie und erklärte ihr alles.
Sie hörte aufmerksam zu, ohne mich zu unterbrechen.
Als ich fertig war, fragte sie nur: „Was passiert jetzt?“
„Jetzt schützen wir unsere Familie. Und wir lassen die Ermittler ihre Arbeit machen.“
Amy sah auf Frederick hinunter.
„Ich möchte nicht, dass er später glaubt, seine Familie sei nur ein Ort gewesen, an dem Menschen einander verletzen.“
Ich legte einen Arm um sie.
„Dann zeigen wir ihm, dass es auch anders geht.“
***
Eine Woche später rief Detective Miller erneut an.
Die forensische Untersuchung hatte ergeben, dass die Unterschrift auf der Übertragungsurkunde wahrscheinlich nachgeahmt worden war. Außerdem hatten die Ermittler E-Mails gefunden, in denen Mason über die Möglichkeit sprach, mein Haus zu verkaufen, sobald die Dokumente akzeptiert würden.
Doch eine Nachricht fiel besonders auf.
Sie war von einem Konto gesendet worden, das offenbar Teresa gehörte.
**Wenn Connor zurückkommt, muss Amy bereits weg sein. Er darf nicht mit ihr sprechen, bevor wir alles geregelt haben.**
Ich las die Nachricht auf dem Bildschirm des Detectives.
Mir wurde übel.
„Was bedeutet ‚alles geregelt‘?“, fragte ich.
„Das wissen wir noch nicht. Wir untersuchen den vollständigen Nachrichtenverlauf.“
„Hat sie geplant, meine Frau aus dem Haus zu drängen?“
„Es gibt Hinweise darauf, dass Amy isoliert werden sollte. Wir müssen jedoch noch weitere Aussagen und Beweise prüfen, bevor wir den gesamten Ablauf rekonstruieren können.“
Ich schloss die Augen.
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