Ganz oben lag ein Brief.
„Für meine beiden Mädchen.“
Meine Tränen liefen, noch bevor ich die ersten Zeilen lesen konnte.
„Falls ihr diese Worte lest, bin ich nicht mehr bei euch. Aber bitte denkt niemals, dass ich euch verlassen wollte. Jede Entscheidung, die ich getroffen habe, sollte euch eines Tages Sicherheit geben.“
Daniel erklärte, dass er wusste, wie gefährlich seine Krankheit geworden war.
Deshalb hatte er Alexander gebeten, seinen Firmenanteil nicht sofort auszuzahlen, sondern ihn als Sicherheit für Emmas Zukunft zu bewahren.
„Ich möchte nicht, dass meine Tochter eines Tages glauben muss, sie hätte ihre Träume wegen Geld aufgeben müssen.“
Alexander sah aus dem Fenster.
„Ich habe Daniel versprochen, seinen Wunsch zu erfüllen. Jeden einzelnen Tag.“
Monate später wurde Emmas Firmenanteil offiziell in einen Treuhandfonds übertragen, der ihr erst mit achtzehn Jahren ausgezahlt werden sollte.
Als wir das Notariat verließen, nahm Emma Alexanders Hand und fragte mit ihrer kindlichen Stimme:
„Bist du jetzt mein Opa?“
Alexander lächelte zum ersten Mal ohne jede Zurückhaltung.
„Nein“, antwortete er leise. „Aber ich war der beste Freund deines Papas.“
Emma nickte ernst und umarmte ihn.
Alexander schloss für einen Moment die Augen.
„Dein Papa wäre heute sehr stolz auf dich.“
In diesem Augenblick wurde mir klar, dass wahre Freundschaft manchmal sogar über den Tod hinaus Bestand hat.
Daniel hatte uns nicht nur eine Erinnerung hinterlassen.
Er hatte einen Menschen zurückgelassen, der sein letztes Versprechen niemals gebrochen hatte.
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