Und sie wusste auch, dass ihr der Mut fehlte, ihn nach dem Grund zu fragen.

Als sich die Tür schließlich ohne Widerstand schließen ließ, klang das Klicken des Schlosses wie ein Abschied.

Gabriel packte seine Werkzeuge zusammen.

Er hatte im Dorf ein Zimmer und eine kleine Werkstatt gefunden.

Er konnte für Natalia sorgen und weiterarbeiten.

Er musste nicht länger auf der Ranch bleiben.

Teresa gratulierte ihm.

Danach weinte sie allein in der Küche.

In dieser Nacht regnete es.

Zum ersten Mal musste sie keinen einzigen Eimer aufstellen.

Das Haus blieb trocken.

Und noch nie hatte es sich für Teresa so leer angefühlt.

Am nächsten Morgen lud Gabriel seine Sachen in einen geliehenen Wagen und setzte Natalia in ihren Kindersitz.

Der Abschied war kurz.

Teresa dankte ihm für das Dach, die Terrasse und die Fenster.

Gabriel dankte ihr für jene erste Nacht.

Emiliano sagte nichts, bis sich der Wagen in Bewegung setzte.

„Mama, willst du, dass er geht?“

Teresa öffnete den Mund.

Sie konnte nicht lügen.

Sie legte Nicolás sicher in seine Wiege und lief zum Tor.

„Gabriel, warte!“

Der Wagen hielt an.

Gabriel stieg aus.

Teresa erreichte ihn außer Atem und wusste nicht, wohin mit ihren Händen.

„Ich weiß nicht, ob wir dafür bereit sind. Du trauerst noch immer, und ich habe Angst davor, wieder jemandem zu vertrauen.“

Gabriel unterbrach sie nicht.

„Aber ich möchte nicht, dass das hier endet, nur weil die Küchentür jetzt richtig schließt.“

Er atmete tief ein.

„Ich auch nicht.“

Sie brachten Gabriels Gepäck nicht zurück ins Haus.

Gabriel zog ins Dorf.

Von nun an trafen sie sich, weil sie es wollten – ohne ausstehende Reparaturen und ohne Hilfe, die irgendwie zurückgezahlt werden musste.

Monatelang teilten sie Mahlzeiten, Spaziergänge und schwierige Nachmittage miteinander.

Teresa regelte offiziell ihre Trennung und die Angelegenheiten rund um ihre Kinder.

Víctor hielt nur unregelmäßig Kontakt, doch Teresa hörte auf, ihr Leben nach seinen Versprechungen auszurichten.

Emiliano durfte seinen Vater lieben und gleichzeitig Gabriel ins Herz schließen.

Niemand verlangte von ihm, sich für einen von beiden zu entscheiden.

Mehr als ein Jahr später feierten Teresa und Gabriel unter den Bäumen der Ranch eine kleine Hochzeit.

Natalias Großeltern waren dabei.

Emiliano trug die Ringe.

Und die beiden Kleinen waren bereits eingeschlafen, bevor die Hochzeitstorte angeschnitten wurde.

Einige Zeit später überraschte die Familie während des Essens ein heftiges Gewitter.

Aus alter Gewohnheit stand Teresa auf und suchte nach einem Eimer.

Gabriel fand sie mit dem Eimer in den Händen.

Gemeinsam blickten sie auf den trockenen Boden.

Von der Terrasse drang das Lachen der Kinder zu ihnen herein.

Teresa stellte den Eimer zurück in den Schrank und ging mit Gabriel wieder zum Tisch.

Es gab noch immer Rechnungen.

Es gab Müdigkeit.

Und es gab immer Dinge, die repariert werden mussten.

Aber an diesem Nachmittag konnte Teresa dem Regen lauschen, ohne darauf zu warten, dass etwas über ihnen zusammenbrach.

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