Es handelte sich um eine Vereinbarung, die wenige Monate nach Elenas Verschwinden abgeschlossen worden war. Ein Teil meines damaligen Vermögens war auf ein Treuhandkonto übertragen worden, dessen Begünstigter nicht mein Unternehmen und auch nicht meine Familie war.

Sondern eine Stiftung mit einem Namen, den ich noch nie gehört hatte.

**Elena Rivera Family Trust.**

Ich starrte auf die Zeile.

„Wer hat diese Stiftung gegründet?“

Der Anwalt faltete die Hände.

„Ihre Mutter.“

„Warum?“

Er sah mich ernst an.

„Das wissen wir noch nicht. Aber die Stiftung wurde eingerichtet, bevor Ihre Mutter Ihnen mitteilte, Elena hätte Sie verlassen.“

Ich nahm das Dokument und las es erneut.

Vielleicht hatte meine Mutter versucht, etwas wiedergutzumachen. Vielleicht hatte sie einen Plan verfolgt, den ich noch nicht verstand. Oder vielleicht war die Stiftung Teil einer Geschichte, die weit komplizierter war, als ich mir vorstellen konnte.

Zum ersten Mal seit unserem Wiedersehen wusste ich nicht, was ich glauben sollte.

Ich steckte die Unterlagen in meine Tasche und fuhr zurück ins Krankenhaus.

Camila kam mir auf dem Flur entgegen.

„Papa! Mama darf bald nach Hause!“

Ich hob sie hoch und lächelte.

„Das sind wunderbare Neuigkeiten.“

Sie legte die Arme um meinen Hals.

„Dann sind wir endlich richtig zusammen, oder?“

Ich hielt sie einen Moment länger fest.

„Ja, mein Schatz. Wir fangen gerade erst an.“

Während ich sie zurück zu Elena trug, dachte ich an das Dokument in meiner Tasche.

Ich hatte zwölf Jahre lang geglaubt, meine Geschichte sei eine Geschichte über Verlust gewesen.

Jetzt begann ich zu ahnen, dass sie auch eine Geschichte über Entscheidungen, Schuld und die Möglichkeit war, selbst nach vielen Jahren noch Verantwortung zu übernehmen.

Und ich würde nicht ruhen, bis ich die ganze Wahrheit kannte.

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