Doch eine Unterschrift auf einem späteren Bankdokument war angeblich von der Mutter selbst geleistet worden.

Das Problem: Das Dokument trug ein Datum, an dem sie bereits im Krankenhaus gelegen hatte und nicht mehr selbstständig unterschreiben konnte.

Die Ermittlungen nahmen eine neue Wendung.

Einige Tage später wurde Michael von der Schulleiterin gebeten, zu einem Gespräch zu kommen.

Dort saß Emily neben ihrer Tante. Vor ihnen lag ein weiteres Blatt Papier.

„Herr Bennett“, sagte Emily, „die Polizei hat etwas herausgefunden. Mein Stiefvater hat nicht allein gehandelt.“

Michael sah zur Ermittlerin.

Sie erklärte, dass eine weitere Person offenbar bei der Beschaffung und Verwendung der gefälschten Unterlagen geholfen hatte. Es handelte sich um einen ehemaligen Finanzberater der Familie, der auch nach dem Tod von Emilys Mutter noch Zugang zu bestimmten Unterlagen gehabt hatte.

„Wir prüfen jetzt, welche Rolle er gespielt hat“, fügte sie hinzu.

Emily schluckte.

„Heißt das, er wusste, was mein Stiefvater mit mir gemacht hat?“

„Das können wir noch nicht sicher sagen“, antwortete die Ermittlerin. „Aber wir werden es herausfinden.“

In diesem Moment vibrierte Lauras Telefon.

Eine unbekannte Nummer hatte eine Nachricht geschickt.

Sie las sie einmal. Dann wurde ihr Gesicht bleich.

„Was ist los?“, fragte Michael.

Laura legte das Telefon auf den Tisch.

Die Nachricht bestand nur aus einem einzigen Satz:

**„Wenn Sie wissen wollen, was Emilys Mutter wirklich vor ihrem Tod entdeckt hat, suchen Sie nicht in der Bankakte. Suchen Sie in ihrem alten Büro.“**

Emily starrte auf den Bildschirm.

„Aber Mama hatte doch gar kein Büro mehr“, flüsterte sie. „Sie hat von zu Hause aus gearbeitet.“

Laura wurde still.

Dann erinnerte sie sich plötzlich an etwas.

„Doch“, sagte sie langsam. „Es gab einen Raum, den deine Mutter immer abgeschlossen hielt. Damals dachte ich, dort lägen nur alte Geschäftsunterlagen.“

Die Ermittlerin notierte die Information und erklärte, dass sie zunächst klären müsse, wem der Raum gehörte und ob dort relevante Beweise vorhanden sein könnten.

Emily nahm die Hand ihrer Tante.

„Glaubst du, Mama hat gewusst, dass er mich irgendwann bestehlen würde?“

Laura antwortete nicht sofort.

„Ich glaube, deine Mutter hatte Angst, dass etwas mit den Unterlagen nicht stimmte. Aber sie wollte vor allem, dass du geschützt bist.“

Am nächsten Morgen fuhr Michael wie gewohnt seine Strecke.

Emily stieg ein, setzte sich auf ihren Platz und lächelte ihm zu.

Doch bevor sie sich hinsetzte, reichte sie ihm einen kleinen Zettel.

Darauf stand:

„Danke, dass Sie damals nicht weggesehen haben. Ich glaube, meine Mutter hat gewusst, dass irgendwann jemand zuhören muss.“

Michael faltete den Zettel sorgfältig zusammen.

Er wusste, dass die Geschichte noch nicht zu Ende war.

Denn während Emily langsam wieder Vertrauen in die Menschen gewann, stand ihre Familie vor einer Wahrheit, die möglicherweise viel größer war als ein gestohlenes Vermögen.

Und diesmal würde niemand das Mädchen allein damit lassen.

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