Viele Jahre vergingen.
Das alte Kloster wurde nie wieder aufgebaut.
Die Menschen erzählten sich noch immer Geschichten darüber. Manche nannten es einen verfluchten Ort. Andere behaupteten, dort seien dunkle Dinge geschehen.
Doch Grace wusste, dass die Wahrheit einfacher war.
Nicht das Gebäude war böse gewesen.
Es waren Menschen gewesen, die Macht über andere haben wollten.
Menschen, die glaubten, sie könnten Leben kontrollieren, nur weil sie die Mittel dazu hatten.
Eines Tages fragte eines ihrer Kinder sie:
„Mama, warum hast du dieses alte Kreuz immer noch?“
Grace betrachtete das kleine Holzstück in ihrer Hand.
Sie dachte an Maria.
An Elena.
An all die Frauen, deren Namen niemand kannte.
Dann lächelte sie.
„Weil es mich daran erinnert, dass ich mehr bin als das, was andere aus mir machen wollten.“
Das Kind nahm ihre Hand.
„Was bist du dann?“
Grace sah hinaus auf das Meer.
Auf die Sonne.
Auf das Leben, das sie beinahe verloren hätte.
„Ich bin jemand, der überlebt hat.“
Und tief unter den Ruinen des alten Klosters, verborgen unter Erde und Stein, lag noch immer der Sarg mit der Inschrift:
„Für die vierte Mutter.“
Doch niemand wusste, wer ihn gebaut hatte.
Und niemand wusste, warum im Inneren des Deckels ein neuer Satz eingeritzt worden war:
„Die vierte Mutter war nie die Letzte.“
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