Doch die Geschichte war noch nicht vorbei.

Denn am Nachmittag wurde sie zu einem Gespräch mit der Universitätsleitung gebeten.

Dort wartete eine Frau, die Lena noch nie zuvor gesehen hatte.

Sie stellte sich als Vorsitzende des Stipendienprogramms vor.

„Wir haben Ihren Fall sehr aufmerksam verfolgt“, sagte sie.

Lena wurde nervös.

„Habe ich etwas falsch gemacht?“

Die Frau schüttelte den Kopf.

„Ganz im Gegenteil. Wir möchten Ihnen versichern, dass Ihr Stipendium nicht infrage steht. Außerdem haben wir beschlossen, Maßnahmen gegen Mobbing und Einschüchterung an unserer Universität zu verstärken.“

Lena atmete erleichtert auf.

Dann fügte die Frau hinzu:

„Und es gibt noch jemanden, der Sie kennenlernen möchte.“

Sie öffnete die Tür.

Ein älterer Herr trat ein.

Es war der Besitzer der Jacht, auf der sich der Vorfall ereignet hatte.

Lena erkannte ihn sofort von einem Foto in einer Zeitung.

Er sah sie ernst an.

„Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen.“

Lena runzelte die Stirn.

„Aber Sie waren doch gar nicht dabei.“

„Nein. Aber die Jacht gehört meiner Firma. Ich habe zu lange darauf vertraut, dass mein Sohn verantwortungsvoll mit ihr umgeht. Und ich habe zu wenig darauf geachtet, was er tatsächlich tut.“

Lena wusste zunächst nicht, was sie sagen sollte.

Dann antwortete sie ruhig:

„Ich möchte keine Geschenke und kein Geld. Ich möchte nur, dass niemand so etwas noch einmal erleben muss.“

Der Mann nickte.

„Das ist ein Wunsch, den ich unterstützen werde.“

### Die Konsequenzen

Die Ermittlungen gegen Alexander und Ben wurden fortgesetzt. Die Universität leitete zusätzlich ein eigenes Disziplinarverfahren ein.

Beide mussten sich für ihr Verhalten verantworten. Ihr bisheriges Leben, in dem sie sich auf den Einfluss ihrer Familien verlassen hatten, veränderte sich grundlegend.

Alexander verlor seinen Platz in mehreren universitären Organisationen. Ben musste ebenfalls mit erheblichen Konsequenzen rechnen.

Auch ihre Familien konnten den Vorfall nicht einfach verschwinden lassen.

Denn diesmal gab es zu viele Zeugen, zu viele Aufnahmen und zu viele Menschen, die bereit waren, die Wahrheit zu sagen.

Lena hingegen konzentrierte sich wieder auf ihr Studium.

Sie wusste, dass sie die Ereignisse nicht vergessen würde. Aber sie wollte nicht zulassen, dass die beiden Männer über ihre Zukunft entschieden.

Ein Semester später erhielt sie eine besondere Nachricht.

Sie hatte eine Auszeichnung für ihre akademischen Leistungen gewonnen.

Als sie ihre Mutter anrief, konnte sie kaum sprechen.

„Mama, ich habe es geschafft.“

Am anderen Ende der Leitung wurde es still.

Dann hörte sie ihre Mutter weinen.

„Ich wusste immer, dass du es schaffen wirst.“

Lena blickte aus dem Fenster auf den Universitätscampus.

Sie dachte an die Nacht auf dem Meer, an die Angst, die sie erlebt hatte, und an all die Menschen, die ihr anschließend geholfen hatten.

Und sie verstand etwas, das sie nie wieder vergessen würde:

**Reichtum kann Menschen Türen öffnen. Aber er gibt niemandem das Recht, andere Menschen zu erniedrigen oder über ihr Leben zu bestimmen.**

Doch gerade als sie glaubte, endlich einen Schlussstrich unter diese Geschichte ziehen zu können, erhielt sie eine Nachricht von einer unbekannten Nummer.

Sie öffnete sie.

Es war ein Foto von Alexander und Ben auf der Jacht.

Darunter stand:

**„Du glaubst, die beiden hätten allein gehandelt? Dann solltest du wissen, wer ihnen die Idee für diese Nacht gegeben hat.“**

Lena starrte auf den Bildschirm.

Denn auf dem Foto stand im Hintergrund eine dritte Person.

Ein Mann, den sie sehr gut kannte.

**Der Dekan ihrer Universität.**

😱😨 **War der Vorfall wirklich nur die grausame Idee zweier verwöhnter Studenten – oder steckte hinter allem ein viel größeres Geheimnis? Fortsetzung folgt … 👇**