„Das weiß ich.“ Er strich ihr vorsichtig über die Schulter. „Und es tut mir leid. Ich hätte dich gern auf eine andere Weise in Sicherheit gebracht. Aber ich hatte Angst, dass du gestochen wirst.“

Einige Gäste begannen zu applaudieren. Andere wischten sich Tränen aus den Augen.

Doch dann geschah etwas, das die Stimmung erneut veränderte.

Der Restaurantleiter kam mit einem ernsten Gesicht auf das Paar zu.

„Herr Daniel, Frau Laura, ich muss mit Ihnen sprechen.“

Daniel richtete sich auf.

„Was ist los?“

Der Mann blickte kurz zu den Gästen und senkte dann die Stimme.

„Wir müssen herausfinden, wie dieses Tier in den Festsaal gelangt ist.“

Laura wurde blass.

„Sie meinen, jemand könnte es absichtlich hierhergebracht haben?“

„Das wissen wir noch nicht“, antwortete der Restaurantleiter. „Aber wir werden den Vorfall überprüfen.“

Niemand ahnte, dass diese Frage den schönsten Tag ihres Lebens noch lange beschäftigen würde.

## Die erste Spur führte hinter die Bühne

Etwa zwanzig Minuten später trafen die zuständigen Fachkräfte ein und kümmerten sich um das Tier. Der Bereich wurde kontrolliert, und das Personal begann, den Saal systematisch zu überprüfen.

Die Hochzeit wurde vorerst unterbrochen.

Laura saß inzwischen in einem ruhigen Nebenraum. Eine Mitarbeiterin brachte ihr Wasser, während Daniel neben ihr blieb und ihre Hand hielt.

„Ich möchte nach Hause“, flüsterte Laura.

„Wenn du das möchtest, fahren wir sofort.“

Sie sah ihn lange an.

„Aber ich möchte auch wissen, was passiert ist. Ich will mich nicht mein ganzes Leben lang fragen, ob wir heute nur unglaubliches Pech hatten.“

Daniel nickte.

Kurz darauf kam der Restaurantleiter zurück. Bei einer ersten Überprüfung war aufgefallen, dass eine Seitentür, die normalerweise geschlossen bleiben sollte, während der Vorbereitungen mehrmals geöffnet worden war.

Durch diese Tür gelangten Lieferanten und Mitarbeiter in einen kleinen Lagerbereich hinter dem Saal.

Das allein bewies noch nichts. In der Umgebung gab es Außenflächen und bepflanzte Bereiche, aus denen ein kleines Tier möglicherweise ins Gebäude gelangen konnte.

Doch dann meldete sich eine junge Mitarbeiterin namens Sophie.

Sie war für die Dekoration zuständig gewesen und wirkte sichtlich nervös.

„Ich glaube, ich habe vorhin etwas gesehen“, sagte sie.

Alle drehten sich zu ihr um.

„Was denn?“, fragte Daniel.

Sophie rang mit den Händen.

„Ungefähr eine halbe Stunde vor dem Tanz stand ein Mann an der Seitentür. Ich dachte, er gehöre zu einem Lieferdienst. Er trug eine dunkle Jacke und hatte eine kleine Transportbox dabei.“

„Hast du sein Gesicht gesehen?“, fragte der Restaurantleiter.

„Nur kurz. Er sagte, er müsse etwas für die Dekoration abgeben. Aber ich habe ihn nicht auf der Lieferliste gesehen.“

Laura spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog.

„Eine Transportbox?“

Sophie nickte.

„Ich habe mir nichts dabei gedacht. Es war ein hektischer Tag.“

Daniel sah den Restaurantleiter an.

„Bitte sichern Sie die Aufnahmen der Überwachungskameras. Und informieren Sie die Polizei, falls das noch nicht geschehen ist.“

Diesmal war es Daniel, der versuchte, ruhig zu bleiben, obwohl seine Hände zitterten.

Er hatte seine Frau gerade noch rechtzeitig aus der Gefahr gebracht. Aber wenn jemand das Tier absichtlich in den Saal gebracht hatte, dann war die Sache viel ernster als ein unglücklicher Zwischenfall.

## Die Überraschung auf den Überwachungsvideos

Wenig später wurden die Aufnahmen gemeinsam mit den zuständigen Ermittlern überprüft.

Auf einem Video war tatsächlich eine Person zu sehen, die durch den Seiteneingang in den Lagerbereich ging. Das Bild war nicht besonders scharf, und das Gesicht ließ sich zunächst nicht eindeutig erkennen.

Die Person trug eine kleine Box.

Einige Minuten später verließ sie den Bereich wieder.

Es gab jedoch keine Aufnahme, auf der zu erkennen war, was sich in der Box befand oder ob das Tier überhaupt aus dieser Box stammte.

„Wir dürfen jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen“, erklärte ein Ermittler. „Wir müssen zunächst feststellen, ob es sich um denselben Gegenstand handelt und wer diese Person war.“

Daniel nickte.

Laura hielt seine Hand fester.

Dann bemerkte sie etwas auf dem Bildschirm.

„Moment mal.“

Der Mitarbeiter stoppte das Video.

„Was ist?“, fragte er.

Laura deutete auf die Person.

„Diese Jacke … ich glaube, ich habe sie schon einmal gesehen.“

Sie dachte nach. Lange. Dann veränderte sich ihr Gesicht.

„Nein. Das kann nicht sein.“

Daniel sah sie besorgt an.

„Laura? Kennst du diese Person?“

Sie schüttelte langsam den Kopf.

„Ich bin mir nicht sicher. Aber die Jacke erinnert mich an jemanden, der vor einigen Wochen bei uns im Büro war.“

„Wer?“

Laura schwieg zunächst. Dann erzählte sie von einem Mann namens Markus, einem früheren Geschäftspartner ihrer Familie. Die beiden hatten sich vor einiger Zeit wegen eines gemeinsamen Projekts zerstritten. Es hatte unangenehme Nachrichten gegeben, doch Laura hatte geglaubt, die Angelegenheit sei längst erledigt.

„Er hat mir einmal gesagt, dass ich es bereuen würde, mich gegen ihn zu entscheiden“, erklärte sie leise. „Aber ich dachte, er wollte mich nur einschüchtern.“

Daniel wurde ernst.

„Hast du diese Nachrichten noch?“

Laura nickte.