„Ich dachte, sie wären längst nicht mehr am Leben“, sagte er leise.
Elena sah ihn mit großen Augen an.
„Meine Mutter hat mir nie erzählt, dass ich aus einer königlichen Familie stamme.“
„Sie wollte dich schützen“, antwortete die Königin.
Doch Elena trat einen Schritt zurück.
„Und wer hat sie geschützt? Wer hat ihr geholfen, als sie allein mit einem Kind war?“
Niemand antwortete.
Zum ersten Mal musste der König den Blick senken.
### Der Prinz trifft eine Entscheidung
Der Prinz trat vor Elena.
„Du musst heute keine Entscheidung treffen“, sagte er ruhig. „Niemand wird dich zwingen, hierzubleiben oder irgendetwas anzunehmen.“
Elena sah ihn überrascht an.
„Aber der Handschuh …“
„Der Handschuh hat dich erkannt. Das bedeutet nicht, dass du ab heute ein Leben führen musst, das andere für dich bestimmen.“
Diese Worte schienen Elena mehr zu berühren als all die goldenen Verzierungen und königlichen Versprechen.
Die Tochter des Fürsten, die sie zuvor verspottet hatte, senkte beschämt den Kopf.
„Ich … ich wusste nicht, wer du bist.“
Elena blickte sie an.
„Du hättest mich auch dann nicht verspotten sollen, wenn ich nur eine Küchenmagd wäre.“
Die junge Adelige wurde rot und sagte nichts mehr.
Der König trat näher.
„Elena, ich möchte dich um Verzeihung bitten. Nicht nur für heute. Für all die Jahre, in denen ich nicht nach dir gesucht habe.“
Elena schwieg lange.
„Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass ich Ihnen sofort verzeihe, Majestät.“
Der König nickte langsam.
„Das verlange ich nicht.“
### Die zweite Botschaft im Kristall
Gerade als alle glaubten, das Geheimnis sei gelöst, begann der Kristallhandschuh erneut zu leuchten.
Diesmal war das Licht nicht golden, sondern tiefblau.
Auf seiner Innenseite erschienen neue Worte.
Der Archivar beugte sich vor.
„Das … das habe ich noch nie gesehen.“
Der Prinz las die Inschrift:
**„Die wahre Erbin trägt nicht nur die Krone. Sie trägt auch die Wahrheit über den Verrat.“**
Der König wurde erneut kreidebleich.
„Schafft den Handschuh weg!“, rief er.
Doch Elena hob ihre Hand.
„Nein.“
Alle drehten sich zu ihr.
Sie betrachtete die Inschrift genauer.
„Was bedeutet Verrat?“
Der Archivar blätterte hastig durch das alte Buch.
Dann fand er eine weitere Seite, die mit einem roten Siegel verschlossen war.
Als er das Siegel öffnete, fiel ein kleines vergilbtes Pergament heraus.
Darauf stand:
*„Sollte die Tochter Amalias eines Tages zurückkehren, muss sie erfahren, dass Isabella nicht allein geflohen ist. Jemand aus dem innersten Kreis des Königs half ihr – und derselbe Mensch sorgte dafür, dass das Kind offiziell für tot erklärt wurde.“*
Der Prinz sah seinen Vater an.
„Wer war es?“
Der König antwortete nicht.
Stattdessen blickte er langsam zum ältesten Mann im Saal.
Es war Herzog Viktor.
Der Mann, der seit Jahrzehnten als treuester Berater der Krone galt.
Er lächelte nicht mehr.
„Das ist eine alte Geschichte“, sagte er kühl.
Doch Elena bemerkte etwas.
Der Herzog trug an seiner linken Hand einen Ring mit demselben Symbol, das auf dem Kristallhandschuh eingraviert war.
Sie hob ihre Hand.
„Warum tragen Sie dieses Zeichen?“
Der Herzog wurde still.
Und dann sagte die Königin einen Satz, der den gesamten Saal erschütterte:
**„Weil dieser Mann damals nicht nur wusste, wo das Kind war. Er war derjenige, der den Befehl gab, es verschwinden zu lassen.“**
Die Wachen griffen nach ihren Schwertern.
Der Herzog wich langsam zurück.
Doch bevor jemand ihn erreichen konnte, lachte er leise.
„Ihr glaubt wirklich, das wäre das Ende?“
Er blickte Elena direkt an.
„Deine Mutter hat dir nicht alles erzählt, mein Kind. Denn Isabella war nicht die Frau, für die du sie gehalten hast.“
Elena spürte, wie ihr Herz schneller schlug.
„Was wollen Sie damit sagen?“
Der Herzog beugte sich leicht vor.
„Wenn du die Wahrheit über deine Geburt erfahren willst, musst du herausfinden, wer dein Vater wirklich war.“
In diesem Moment öffnete sich die große Eingangstür.
Ein alter Diener trat ein und hielt einen versiegelten Brief in der Hand.
„Majestät“, sagte er zitternd. „Dieser Brief wurde gerade am Palasttor abgegeben. Er trägt das Siegel von Prinzessin Amalia.“
Der König nahm den Brief.
Auf der Vorderseite stand nur ein einziger Satz:
**„An meine Tochter Elena – falls sie eines Tages den Kristallhandschuh trägt.“**
😱😨 **Doch als der König den Brief öffnete und die ersten Zeilen las, ließ er ihn vor Schreck fallen. Denn darin stand, dass Elenas Vater nicht gestorben war – und dass er sich seit all den Jahren im Königreich befand. Fortsetzung folgt … 👇**
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