Teil 1

—Du bist ja richtig hässlich geworden, Renata. Ich würde mich schämen, heute Abend mit dir aufzutauchen.

Mauricio sagte es, während er seine Hemdmanschetten zurechtzupfte und vor dem Spiegel stand, in dem sich auch seine Schwiegermutter spiegelte. Er erhob nicht die Stimme. Nach sechs Jahren Ehe hatte er gelernt, seine Frau mit dem Tonfall eines Regenverkündigers zu demütigen.

Renata, 34, hörte auf, ihr blaues Kleid zu schließen.

Ihre Mutter, Carmen, drückte die Tüte zusammen, in der sie Tamales für das Abendessen vor der Abreise aufbewahrte.

„Wiederholen Sie, was Sie gerade gesagt haben“, forderte er.

Mauricio lächelte, ohne sie anzusehen.

—Wir unterhalten uns unter Ehepartnern.

—Und ich höre zu, wie Sie mit meiner Tochter sprechen.

Renata hob die Hand. Sie wollte nicht, dass Carmen sie verteidigte, während sie regungslos dastand und sich fragte, welchen Teil ihres Körpers sie verbergen sollte, um Gesellschaft zu verdienen.

In jener Nacht wurde der Albor Tower in einem Geschäftsviertel von Guadalajara eingeweiht. Er hatte 42 Stockwerke, eine helle Steinlobby und eine Fassade, die so gestaltet war, dass sie Licht hereinließ, ohne die Büros in Backofen zu verwandeln.

Renata hatte sich 19 Monate lang dem Architekturprojekt gewidmet und anschließend dessen Bau begleitet.

Mauricio arbeitete als Minderheitsgesellschafter in einem Immobilienunternehmen. Er hatte Kunden gewonnen, indem er über den Turm sprach, als hätte er ihn selbst gebaut.

In den Broschüren war der Name der Firma aufgeführt. Bei Renata war er nicht enthalten.

Als sie sich das erste Mal beschwerte, überzeugte ihr Mann sie davon, nicht weiter darauf zu bestehen.

—Eine wichtige Person in der Familie genügt. Macht nicht alles zu einem Wettbewerb.

Sie stimmte zu. Sie stimmte außerdem zu, eine Beförderung zu verschieben, ihren Schwimmunterricht abzusagen und früher von Besprechungen zurückzukehren, in denen Projekte beschlossen wurden, die sie später ausführen sollte.

Es gab immer einen Grund, warum sie weniger Platz einnahm.

Mauricio ging duschen. Carmen ließ die Tamales in der Küche stehen.

Dann vibrierte das Telefon auf der Kommode.

Die Benachrichtigung enthielt den Namen Priscila, einer Eventplanerin, die Renata von mehreren Geschäftsessen kannte. Darunter befand sich eine Hotelbestätigung und der Hinweis, das Wochenende gemeinsam zu verbringen.

Das Telefon war noch entsperrt.

Renata hat das Gespräch begonnen.

Er fand Fotos, Reservierungen, Geschenkgutscheine und Nachrichten, die 14 Monate alt waren. Auf einem Foto trug Priscila ein champagnerfarbenes Kleid. Mauricio hatte geantwortet, dass sie bei der Eröffnung perfekt neben ihm aussehen würde.

Das für diese Nacht gebuchte Zimmer wurde mit der Gemeinschaftskostenkarte bezahlt.

Renata setzte sich.

Wochenlang hatte sie sich gefragt, warum er sie nicht mehr berührte, warum jedes Gespräch in Kritik endete, warum ihre Müdigkeit ihn so sehr zu stören schien.

Die Antwort lag irgendwo zwischen einer Hotelreservierung und einer Quittung für ein Armband.

Cuando Mauricio salió, la encontró con el teléfono en la mano.

—¿Revisaste mis cosas?

—¿Vas a llevarla a la inauguración?

Él tomó una toalla y terminó de secarse el cabello.

—Priscila entiende cómo funcionan estos ambientes.

Carmen apareció en la puerta.

Mauricio continuó:

—Tú llegas hablando de obras, de problemas, de pendientes. Ya ni sabes estar conmigo sin trabajar.

Renata miró sus manos. Tenía una pequeña cicatriz junto al pulgar, recuerdo de una visita de obra durante la cual él había estado, según aquellos mensajes, en un hotel.

—Ese edificio es mi trabajo.

—Pues disfruta tu trabajo.

Se vistió, recogió el teléfono y salió sin despedirse.

Carmen se acercó, pero no la abrazó hasta que Renata buscó sus brazos.

Durante unos minutos, su hija lloró contra su hombro con una vergüenza que no le correspondía.

—No tienes que ir —dijo Carmen.

Renata miró por la ventana. A lo lejos se distinguían las luces de la torre.

—Tampoco tengo que esconderme.

Llamó a Tomás, su compañero de proyectos.

—Necesito saber si sigue en pie lo de la placa.

—Sí. Héctor confirmó el reconocimiento. Tu nombre está como arquitecta responsable del diseño.

Renata cerró los ojos.

El director del despacho le había anunciado aquella corrección semanas antes. Ella no se lo contó a Mauricio: quería conservar alguna alegría que él no pudiera empequeñecer.

Se quitó el vestido azul y eligió uno verde esmeralda que había comprado para sí misma. Carmen le cerró la cremallera y acomodó sus rizos sobre los hombros.

—No vayas a demostrarle que eres bonita.

—No, mamá. Voy porque me invitaron a mi edificio.

Llegó sola.

Mauricio estaba junto a Priscila, cerca de los fotógrafos, cuando Héctor tomó el micrófono.

—Antes de comenzar, quiero presentarles a la persona que imaginó los espacios donde estamos reunidos.

Pronunció el nombre de Renata.

Las cámaras giraron. Mauricio apartó lentamente la mano de la cintura de Priscila.

Renata avanzó entre los invitados, pero al pasar junto a ella escuchó algo que la hizo detenerse.

Priscila le susurró a Mauricio:

—Dijiste que ella ya había firmado lo del dinero.

Parte 2

Renata siguió caminando antes de que Mauricio pudiera comprobar si había escuchado.