Einige Minuten spĂ€ter kam die Sozialarbeiterin ins Zimmer. Sie stellte sich als Frau Keller vor und erklĂ€rte Laura, welche UnterstĂŒtzung das Krankenhaus anbieten konnte. Gemeinsam besprachen sie eine sichere Möglichkeit, die Klinik zu verlassen, ohne dass Laura zu einem GesprĂ€ch mit Victor gezwungen wurde.
Doch bevor sie den nĂ€chsten Schritt planen konnten, öffnete sich die TĂŒr erneut.
Eine Mitarbeiterin steckte den Kopf herein.
âDr. Marta, Ihr Mann ist nicht mehr allein.â
Marta stand auf.
âWas meinen Sie?â
âDie Frau vom Foto ist jetzt ebenfalls am Empfang. Sie hat ausdrĂŒcklich nach Laura gefragt.â
Laura blickte zur TĂŒr.
âSophie?â
Die Mitarbeiterin nickte.
âJa. Und sie hat einen Umschlag dabei.â
Wenige Augenblicke spÀter wurde der Umschlag ins Zimmer gebracht.
Auf der Vorderseite stand Lauras vollstÀndiger Name.
Darunter befand sich ein handgeschriebener Satz:
**âFĂŒr den Fall, dass Victor Ihnen jemals die Wahrheit ĂŒber Ihre Versicherung erzĂ€hlen muss.â**
Laura öffnete den Umschlag mit zitternden Fingern.
Darin lag eine Kopie des Dokuments, das sie vor drei Monaten unterschrieben hatte.
Sie ĂŒberflog die erste Seite.
Dann die zweite.
Und plötzlich blieb ihr Blick an einer bestimmten Klausel hÀngen.
Sie las sie noch einmal.
âDas kann nicht seinâ, flĂŒsterte sie.
Marta setzte sich neben sie.
âWas haben Sie gefunden?â
Laura hob den Blick. Ihre Augen fĂŒllten sich mit TrĂ€nen.
âVictor hat mir gesagt, dass er mit diesen Unterlagen unsere Familie absichern wollte.â
Sie deutete auf die Unterschrift am unteren Rand.
âAber hier steht etwas ganz anderes.â
Die Sozialarbeiterin nahm das Dokument entgegen und las die betreffende Passage.
Dann sah sie Laura ernst an.
âIch denke, Sie sollten dieses Dokument von einer unabhĂ€ngigen Rechtsberatung prĂŒfen lassen.â
Laura blickte wieder auf ihr Handy.
Victor hatte inzwischen sieben weitere Nachrichten geschickt.
Die letzte lautete:
*Laura, egal was Sophie dir erzÀhlt: Unterschreibe nichts mehr, bevor du mit mir gesprochen hast.*
Laura legte das Telefon auf den Tisch.
DrauĂen vor dem Untersuchungsraum wartete ein Mann, der glaubte, noch immer alles kontrollieren zu können.
Doch Laura hatte gerade etwas entdeckt, das ihre gesamte Vorstellung von ihrer Ehe infrage stellte.
Und Sophie hatte offenbar noch lÀngst nicht alles erzÀhlt.
**Denn auf der letzten Seite des Umschlags befand sich ein zweites Dokument â mit einer Unterschrift, die Laura sofort erkannte. Es war die Unterschrift ihrer eigenen Mutter.**
*Warum hatte ihre Mutter dieses Dokument ebenfalls unterschrieben? Und was wusste sie ĂŒber Victor, das Laura niemals erfahren sollte?*
đ **TEIL 3 folgt im nĂ€chsten Kommentar.**
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