Er machte eine Pause.
„Ich hätte dir früher erklären müssen, was ich wusste. Dafür möchte ich mich entschuldigen.“
Amalia schwieg lange.
Dann sagte sie:
„Ich brauche Zeit, um dir zu vertrauen.“
Elias nickte.
„Das ist dein gutes Recht.“
### Der Anruf am späten Abend
Noch am selben Abend rief die Beraterin an.
Die ersten Prüfungen hatten ergeben, dass mehrere Unterlagen zur Stiftung Unstimmigkeiten aufwiesen. Die Behörden sollten nun die Originaldokumente sichern und die Vorgänge unabhängig untersuchen.
Außerdem war eine weitere Person aufgetaucht.
Ein ehemaliger Mitarbeiter des Vaters hatte sich gemeldet.
Er behauptete, dass die Hochzeit nicht nur dazu dienen sollte, Amalia aus dem Haus zu entfernen.
Es habe auch einen zweiten Grund gegeben.
Amalia hörte aufmerksam zu.
„Welchen?“
Die Beraterin antwortete:
„Ihr Vater hatte offenbar vor, nach Ihrer Hochzeit eine Erklärung vorzulegen, nach der Sie freiwillig auf bestimmte Ansprüche verzichten würden.“
Amalia spürte, wie Elias neben ihr still wurde.
„Aber ich habe nichts unterschrieben“, sagte sie.
„Das wissen wir. Genau deshalb ist es wichtig, dass Sie jetzt nichts unter Druck unterschreiben und alle weiteren Schritte über die zuständigen Stellen laufen.“
Dann fügte die Beraterin hinzu:
„Der ehemalige Mitarbeiter hat außerdem eine Nachricht hinterlassen. Er sagt, Ihre Mutter habe vor ihrem Tod noch eine weitere Person gebeten, auf Sie aufzupassen.“
Amalia hielt den Atem an.
„Wer war diese Person?“
Am anderen Ende der Leitung entstand eine lange Pause.
Dann fiel ein Name.
**„Ihre Mutter hat damals einen Brief an Ihre Tante geschrieben. Und diese Tante lebt noch.“**
Amalia kannte den Namen.
Sie hatte ihre Tante seit ihrem fünften Lebensjahr nicht mehr gesehen.
Und plötzlich fragte sie sich, ob ihre Mutter ihr nicht nur eine Stiftung, sondern auch ein ganzes Familiengeheimnis hinterlassen hatte.
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